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Gut zu wissenWarum Frauen nicht ins Solarium gehen sollten

Die künstlichen UV-Strahlen schaden nicht nur der Haut – sie erhöhen auch das Risiko für die Unterleibserkrankung Endometriose.

Solariumbesuche schaden nicht nur der Haut, sie erhöhen auch das Risiko für Endometriose, wie eine neue Studie zeigt.
Solariumbesuche schaden nicht nur der Haut, sie erhöhen auch das Risiko für Endometriose, wie eine neue Studie zeigt.
Foto: Getty

In diesem trüben Corona-Winter ist die Verlockung gross, sich ab und zu einen Besuch im Sonnenstudio zu gönnen. Licht hellt bekanntlich die Stimmung auf, und gebräunte Haut vermittelt schon jetzt ein Sommer-Feeling.

Dennoch ist das mit dem Solarium keine gute Idee. Eine neue US-Studie der Universität Arizona zeigt, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Endometriose und UV-Strahlung: Frauen, die als Jugendliche und im jungen Erwachsenenalter mehr als dreimal pro Jahr ins Solarium gingen, hatten ein um ein Drittel höheres Risiko für eine Endometriose als Frauen, die sich nie auf eine Sonnenbank gelegt hatten.

Natürliche UV-Strahlen erhöhen Risiko nicht

Die Studie zeigt auch, dass es einen grossen Unterschied gibt zwischen natürlichen und künstlichen UV-Strahlen: Frauen, die in Regionen mit einer hohen natürlichen UV-Belastung lebten, hatten ein geringeres Risiko, an Endometriose zu erkranken. Die Forscher vermuten daher, dass die in den Solarien vorherrschenden, künstlich erzeugten UVA-Strahlen die Ursache für das erhöhte Endometriose-Risiko sind.

Endometriose ist eine häufige Unterleibserkrankung von Frauen; sie kann zu starken Schmerzen führen, Darmproblemen, Beschwerden beim Geschlechtsverkehr und Unfruchtbarkeit. Schätzungen zufolge leidet etwa jede zehnte Frau an der Krankheit.

Für Michael Mueller, Chefarzt Gynäkologie und gynäkologische Onkologie an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde am Inselspital Bern, ist die US-Studie durchaus plausibel. Der Zusammenhang zwischen der Haut und der Endometriose sei schon früher beschrieben worden. So hätten Untersuchungen gezeigt, dass Frauen, die an der Unterleibskrankheit leiden, auch ein höheres Risiko haben für schwarzen Hautkrebs (Melanom). Und umgekehrt: Hellhäutige, blauäugige Frauen mit vielen Sommersprossen und Muttermalen entwickeln ebenfalls häufiger eine Endometriose.

Auch Männer sollten Solarien eher meiden

Im Gegensatz zu Solarien mit ihren künstlichen UVA-Strahlen, so Mueller, scheine die Sonne mit ihrer natürlichen UVB-Strahlung eine schützende Wirkung zu haben, insbesondere verbessere sie die Vitamin-D-Synthese. «Wir wissen heute ja auch, dass Frauen mit einem Vitamin-D-Mangel ein höheres Endometriose-Risiko haben – und es gibt Hinweise, dass die gezielte, ergänzende Aufnahme von Vitamin D bei Patientinnen zu einer Verbesserung der Schmerzsituation führt.»

Schon länger bekannt ist, dass Solarien auch der Haut schaden. Laut Studien erhöhen regelmässige Besuche im Sonnenstudio das Hautkrebsrisiko um bis zu 75 Prozent. Dazu beschleunigen sie die Hautalterung. Es ist von daher also auch für Männer ratsam, Solarien zu meiden.

13 Kommentare
    Anita Schöniger

    Dieser Artikel suggeriert ein Endemetriose-Risiko nur durch das Solarium.... Das grösste Risiko der Krankheit ist, dass sie verkannt wird, da viel zu wenig thematisiert und sensibilisiert wird. Lieber Tagesanzeiger, ich wünsche mir einen gut recherchierten Artikel über die viel zu wenig beachtete Krankheit Endometriose mit tausenden betroffenen Frauen in der Schweiz, anstatt des Solariumartikels!