Zum Hauptinhalt springen

Wieder Derbysieg des SC BernWarum Josi nicht für den SCB spielt

Der SC Bern bezwingt den EHC Biel in einer lange ausgeglichenen Partie 6:0. Er muss anders als Davos ohne Verstärkungsspieler aus der NHL auskommen.

Immer wieder Torjubel: Die Spieler des SCB feiern das 3:0 durch Mika Henauer (Nummer 9).
Immer wieder Torjubel: Die Spieler des SCB feiern das 3:0 durch Mika Henauer (Nummer 9).
Foto: Peter Schneider (Keystone)

Am Sonntag wird der den Sommer jeweils in Davos verbringende Kanadier Joe Thornton mit dem HCD in der Postfinance-Arena antreten. Leider werden beim Auftritt der NHL-Legende im Cup keine Zuschauer zugegen sein. Trotzdem stellt sich die Frage: Warum spielt eigentlich Roman Josi nicht für den SC Bern, um im Hinblick auf die frühestens im Januar beginnende NHL-Saison Matchpraxis zu sammeln und dem SCB zu helfen? Immerhin ist der kürzlich zum besten NHL-Verteidiger gewählte Josi seit einem halben Jahr Mitbesitzer des Vereins. «Die Nashville Predators haben ihm keine Freigabe erteilt», antwortet SCB-Sportchefin Florence Schelling.

Die Entscheidung der Predators-Chefetage ist verständlich: Während Thornton in Toronto für das Minimumsalär von 700’000 Dollar unterschrieben hat, ist Captain Josi in Nashville nicht nur der wichtigste, sondern mit seinem 8-Jahres-Vertrag über 72 Millionen Dollar auch der teuerste Spieler des Teams. Das Risiko, dass sich der Berner in der Schweiz verletzt, konnte General Manager David Poile fast nicht eingehen. Laut Schelling darf auch Nico Hischier nicht für die Mutzen spielen. Die New Jersey Devils haben dem Walliser Mittelstürmer die Freigabe verweigert.

Karhunen auf Weltklasseniveau

Die Mannschaft von Cheftrainer Don Nachbaur muss also ohne prominente Verstärkungsspieler aus der weltbesten Liga auskommen. Dass sie auch so durchaus eine gute Rolle spielen kann, bewies sie gegen den EHC Biel. Die Mutzen doppelten drei Tage nach dem 4:3-Auswärtssieg im ersten Derby mit einem 6:0-Erfolg eindrücklich nach. Für die Vorentscheidung sorgten sie im Mitteldrittel, in dem sie aus 12 Schüssen 4 Tore machten, während die Seeländer 18-mal an Tomi Karhunen scheiterten.

Der Finne, dem schon der zweite Shutout gelang, hielt einmal mehr überragend, denn die Bieler waren immer wieder aus hervorragenden Positionen zum Abschluss gekommen. Die Tür zum Sieg stiess für die Berner Inti Pestoni auf. Beim 1:0 reagierte der Tessiner vor EHCB-Goalie Elien Paupe am schnellsten, beim 3:0 behändigte er die Scheibe nach einem Abschlussversuch gleich wieder und bediente Verteidiger Mika Henauer mustergültig.

Optisch waren die Stadtberner nicht krass überlegen, aber sie hatten den besseren Keeper und waren vor den beiden Toren bissiger, präsenter. Und im letzten Drittel liessen sich die Besucher etwas hängen, weshalb am Schluss eine Kanterniederlage resultierte. Für Coach Lars Leuenberger wurde die Rückkehr an seine langjährige Wirkungsstätte zu einem bitteren Erlebnis. Der SCB verschaffte sich hingegen etwas Luft. Er befindet sich nun im Tabellenmittelfeld.