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Leserreaktionen«Warum soll sich die Kirche nicht äussern dürfen?»

Leserinnen und Leser äussern sich zu aktuellen Themen. Unter anderem zur Konzernverantwortungsinitiative.

Die Pauluskirche in der Stadt Bern wirbt für die Konzernverantwortungsinitiative.
Die Pauluskirche in der Stadt Bern wirbt für die Konzernverantwortungsinitiative.
keystone-sda.ch

Leserbriefe zu Kommentaren zur Konzernverantwortungsinitiative

Es wird kritisiert, dass sich die Kirche zur Konzernverantwortungsinitiative (KVI) äussert. Warum soll sie sich nicht äussern dürfen? Wir leben in einer Demokratie und zahlen Kirchensteuern. Die Schuldfrage gibt es schon seit Adam und Eva. Die Verantwortung aber liegt bei jedem Einzelnen. Eva Wälchli, Oschwand

Bereits als Kinder haben wir gelernt, im Kleinen Verantwortung für unser Handeln und dessen Konsequenzen zu übernehmen. Weshalb sollte diese elementare Regel menschlichen Zusammenlebens für gewisse Grosse nicht gelten? Konzerne, welche Menschenleben gefährden, Landschaften und Lebensräume zerstören, ohne dafür geradestehen zu müssen? Christoph Helbling, Saint-Imier

Leserbriefschreiber, die den Inhalt der KVI als «Selbstverständlichkeit» darstellen, haben offensichtlich den Initiativtext nicht gelesen. Mindestens drei Elemente sollten zur Ablehnung führen: Erstens möchte die KVI einen neuen Kolonialismus – einen Rechtskolonialismus – einführen, in dem z.B. der Thuner Bezirksrichter eine Beweisaufnahme an der Elfenbeinküste nach Schweizer Recht durchzuführen hätte. Zweitens würde mit Rechtsgrundsätzen gebrochen, indem die Beweislast umgekehrt würde und eine Schweizer Firma auf der ganzen Welt zur Rechenschaft gezogen werden könnte, da für die ganze Lieferkette gehaftet würde. Das würde auch für KMU und nicht nur für Konzerne gelten. Das alles heisst drittens, dass die Exportwirtschaft und damit die Volkswirtschaft Wettbewerbsnachteile in Kauf zu nehmen hätte, und dies in der Corona-Zeit. Bussen würden an der Menschenrechtslage nichts ändern. Vielmehr profitierte primär die Klageindustrie und ausländische Mitbewerber. Werner Hübscher, Gunten

Wir werden gewarnt vor der KVI. Da werde ich stutzig: Wer nimmt so viel Geld in die Hand, um mir weiszumachen, dass Konzerne mit Sitz in der Schweiz hier nicht zur Verantwortung gezogen werden sollen, wenn sie in armen Ländern Schaden anrichten? Dies einmal mehr unter Androhung von Wohlstandsverlust. Die Unternehmen sind wirtschaftliche Grossmächte. Sie ziehen arme Länder über den Tisch. Sie beteiligen die lokalen Eliten am Geschäft, diese sorgen mit laschen Umweltschutz-Gesetzen dafür, dass die Aktivitäten der Konzerne legal sind. Ihre wirtschaftliche Potenz ist derart gewachsen, dass selbst Staaten wie die Schweiz erpresst werden können. Man muss eine Sitzverlegung nicht mal andeuten. Die Behörden üben sich in vorauseilendem Gehorsam und sorgen für tiefere Steuern. Standortvorteil heisst es hier. Das Leitprinzip dieser Konstrukte heisst Profit, oft mit bösen Folgen. Man muss ihnen Zügel anlegen, damit sie unsere Erde nicht weiter plündern. Hans Rickenbacher, Vauffelin

Leserbrief zum Interview mit Knackeboul

Knackeboul veröffentlicht ein neues Album.
Knackeboul veröffentlicht ein neues Album.
Foto: Simon Habegger

Diese Zeitung stellt dem marxistischen Rapper Knackeboul eine ganze Seite zur Verfügung, damit er gegen die SVP und deren Exponenten in menschenverachtender Weise (Worte von Knackeboul) irgend einen Blödsinn verbreiten kann. Ich warte wohl vergebens darauf, dass ich demnächst eine ganze Seite lesen kann, in der sich ein Rapper oder was auch immer mit einer rechten Weltanschauung zu Wort melden kann. Ich erinnere daran, dass diese Zeitung den Kolumnisten Andreas Thiel abgesetzt hat, nur weil dieser mit seiner rechten Weltanschauung den linken Redaktoren nicht mehr entsprach. Seit längerer Zeit schalte ich den Fernseher aus, wenn der besagte Rapper einen Auftritt hat. Ich sehe mit dem besten Willen keine Kunst darin, wenn jemand mit einem Sprechgesang seine politische Meinung kundtut und sich dabei einbildet, seine Meinung sei die einzig richtige. Fritz Rohrbach, Köniz

Leserbrief zu «Krankenkassen sollen Gewinn machen dürfen»

FDP-Nationalrat Philippe Nantermod will einen Gesetzesartikel durchbringen, der eine Gewinnverteilung an die Kassen ermöglicht. Einerseits finde ich es auch sinnvoll, wenn Rabatte zu einer Verdrängung von teuren Anbietern führen. Jedoch sollte meiner Meinung nach Vorsicht geboten werden, wenn die Kassen zum Beispiel bei Spitälern auf die Preise drücken wollen. Es kann ein Konkurrenzkampf unter den Spitälern entstehen. Kleine Landspitäler (welche durch die Coronakrise wieder an Wichtigkeit gewonnen haben) mit weniger Ressourcen wären dann eventuell im Nachteil und ihre Finanzierung könnte noch mehr eingeschränkt werden, was sich negativ auf den bereits bestehenden Personalmangel auswirken könnte. Lars Wälchli, Schüpfen

Leserbrief zu «Frankreich will sich dem Terror nicht beugen»

Erschütternd, dass ein Lehrer, der Meinungsfreiheit doziert, auf offener Strasse von einem islamistischen Terroristen enthauptet wird. Staatspräsident De Gaulle äusserte sich zur Integration der Muslime: «Wenn diese Bevölkerungsgruppe Gutes tut, wird sie überall mit offenen Armen empfangen. Aber sie darf nicht zu uns kommen, um uns ihre Regeln aufzuzwingen.» Seine zeitlosen Forderungen überzeugen. 40 Prozent der muslimischen Franzosen stellen ihren Glauben und ihre Kultur über die Werte Frankreichs. Würde heute ein bürgerlicher Politiker dies in Frankreich postulieren, die Pariser Vorstädte, von jugendlichen, arbeitslosen, kriminellen, muslimischen Einwanderern beherrscht, würden brennen und die Linke zu Politprotesten befeuern. De Gaulles Einschätzungen sind aktueller als je. Roger E. Schärer, Trin Mulin

1 Kommentar
    Bärner

    Hoffentlich sind die Angeblich 64% JA stimmenden laut Umfrage dann auch bereit die Mehrkosten zu Bezahlen. Wer Den Schweizer Firmen strengere Vorschriften machen will, muss dazu verpflichtet werden zu 100% Nur noch Produkte von Schweizer Firmen kaufen zu dürfen!!!