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Pandemie unter KontrolleWas wir von Asien lernen können

Corona ist für viele Asiaten nur noch eine Erinnerung aus dem Frühjahr. Doch anstatt sich ihr Verhalten zum Vorbild zu nehmen, blickt Europa mit reflexhafter Arroganz nach drüben. Das ist unsinnig.

Die Maske gehört selbstverständlich dazu: Spaziergänger im Corona-Herbst in Tokio.
Die Maske gehört selbstverständlich dazu: Spaziergänger im Corona-Herbst in Tokio.
Foto: Kiichiro Sato (Keystone/AP)

Eine Gruselgeschichte in vier Worten? Ich komme aus Wuhan. So ging ein Witz im Januar in China, als die ersten Nachrichten einer neuartigen Lungenkrankheit aus der Stadt drangen. Der Scherz lässt sich in China jetzt anders erzählen. Eine Gruselgeschichte in vier Worten? Ich komme aus Europa.

Besonders lustig ist das zwar nicht. Doch in China machen den Menschen jetzt die Ausländer Angst. Und nicht nur dort. In vielen asiatischen Staaten bleiben die Grenzen für Europäer dicht. Europas Strahlkraft ist in Asien geschwächt wie selten.

Was als europäischer Individualismus verstanden wird (und in autokratischeren Regimen auch als Demokratie), scheint in diesen Tagen mehr Albtraum als Vorbild. Ein Synonym für satte, unflexible Gesellschaften, in denen Menschen Freiheit mit Egoismus verwechseln und die eigenen Bedürfnisse über das Leben anderer stellen. «Was ist nur los mit euch?», solche Fragen bekommt man als China-Korrespondentin jetzt häufiger gestellt.

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