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TiervermittlungWer gibt Paléo ein neues Zuhause?

Fünf Katzen und fünf Hunde aus dem Tierheim hoffen auf einen Platz in einem Haushalt. Aber: Wer voreilig ein Haustier aufnimmt, tut diesem keinen Gefallen.

Ein Haustier würde die Corona-Einsamkeit versüssen, denken sich gegenwärtig viele Menschen. Aber Vorsicht, nach dem Home-Office kommt auch wieder der Büroalltag. Das gilt es zu bedenken, damit die Tiere später nicht wieder im Heim landen.

Die hier vorgestellten Tiere warten im Tierheim des Freiburger Tierschutzes in Estavayer. Wer Interesse hat und die nötige Zeit und Geduld, ein Tier zu betreuen und, im Fall der Hunde, auch zu beschäftigen und zu erziehen, kann sich am ­kommenden Montag, 14. Dezember, zwischen 8 und 11 Uhr unter dieser Nummer melden: 031 330 36 32

Paléo

Katze Paléo wohnt aktuell im Tierheim in Estavayer.
Katze Paléo wohnt aktuell im Tierheim in Estavayer.
Fotos: Urs Baumann

Sieht er nicht lustig aus? Der Kater mit dem schwarzen Fleck auf der Nase hat schon viel erlebt. Er ist rund zwei Jahre alt (geschätzt) und ist wohl irgendwo halbwild aufgewachsen. Später suchte er ein warmes Plätzchen und ist bei einem Haus zugelaufen. Doch er kam nicht mit den dort lebenden Katzen zurecht und wurde darum ins Tierheim gebracht. Jetzt ist Paléo kastriert und er verhält sich ruhiger. Er ist zutraulich und wird sicher ein richtig anhänglicher Hauskater.

Gacha

Gut ein halbes Jahr lebte Gacha wild in der Nähe eines Bauernhofes. Dem schwarzen Büsi mit den grossen, gelben Augen, sind die ersten Lebensmonate anzumerken. Es hat sich an das Leben in «freier Wildbahn» gewöhnt, lernt nun die Menschen erst kennen. Seit Oktober nehmen sich die Betreuerinnen im Heim seiner an und bauen das Vertrauen in die fürs Büsi komischen zweibeinigen Wesen auf. Gacha wird Zeit brauchen, um sich an einem neuen Ort einzugewöhnen.

Buitoni

Tigerweiss, so heisst die Farbe, der Buitoni angehört. Er ist auf einem Bauernhof aufgewachsen und kaum der Muttermilch entwöhnt ins Tierheim gebracht worden. Dieses Schicksal teilt er mit vielen jungen Kätzchen, die jetzt mit ihm ein Zimmer im Tierheim teilen. Buitoni ist sechs Monate alt und wird noch etwas wachsen. Er wird ein richtig grosser, prächtiger Kater werden. Wer ihn übernimmt, muss ihm viel Zeit geben, denn er muss sich erst an ein «geregeltes» Katzenleben gewöhnen. Es heisst darum, für die erste Zeit die Vorhänge abzunehmen. Denn einerseits sind Buitoni und die anderen kleinen Büsis noch sehr scheu. Anderseits aber auch noch wild und spielfreudig. Es könnte also im Wohnzimmer so einiges los sein am Anfang. Buitoni braucht wie alle anderen Katzen Auslauf.

Kawaii

Wer Kawaii übernehmen will, braucht Kraft und Erfahrung mit Hunden. Denn die gut vier Jahre alte Rottweilerin hat zwar einen guten Gehorsam, aber sie ist nicht gut mit anderen Hunden sozialisiert. Im neuen Haushalt sollten keine kleinen Kinder und auch anderen Tiere leben. Doch für richtige Hündeler wäre Kawaii eine Superhündin. Aber sie braucht viel Zeit und muss täglich richtig beschäftigt werden. Kawaii hat einen grossen Beschützerinstinkt und wird dabei auch mal laut. Sie gehört darum nicht in eine Stadtwohnung.

Lustucru

Er hat einfach noch nicht herausgefunden, wie er sich den Menschen präsentieren sollte, die einen roten Kater adoptieren möchten. Schade, denn Lustucru ist ein Modell eines roten Katers. Doch sobald sich Besuch ankündigt, verschwindet er in der hintersten Ecke des Katzenzimmers und zeigt nur ab und zu seine Ohren. Er wurde im Heim abgegeben, aber niemand weiss etwas über seine Vergangenheit. Er wird rund sechs Jahre alt geschätzt, und braucht sicher eine längere Eingewöhnungszeit.

Melvin

Er sieht aus wie ein brauner Labrador, doch wo Labi draufsteht, ist nicht nur Labi drinn. Der zwei Jahre alte Melvin hat auch Weimaranerblut. Und der Jagdhund schlägt bei ihm voll durch: Er macht Jagd auf alles, was sich bewegt. Leider auch auf Autos. Kurz: Melvin muss noch zu einem guten Hund werden. Er ist verfressen, dadurch lassen sich sicher gewisse Anreize schaffen. Melvin braucht jemanden, der mit ihm fleissig arbeitet.

Roxy

Roxy ist ein lebhaftes, mittelgrosses Gemisch aus verschiedenen Jagdhunderassen. Er lebte bei älteren Leuten, die ihm nicht mehr gerecht werden konnten. Denn Roxy ist lebhaft, will laufen und lernen. Er liebt die Menschen, nicht aber kleinere Tiere. Die jagt er mit Ausdauer. Darum sollten keine Katzen und Kaninchen in seiner Umgebung leben. Er braucht sportliche Leute, die ihn ausreichend beschäftigen, für ihn reicht eine Spazierstunde pro Tag sicher nicht aus.

Kyo

Er ist ein typisches Beispiel eines unterschätzten Jack-Russel-Mischlings. Sie sind so herzig, so klein, so schön und man will unbedingt einen haben. Aber es sind keine Stubenhunde, die man den ganzen Tag sich selber überlassen kann. Jack Russel Terrier sind anspruchsvolle Hunde, die eine gute und konsequente Erziehung verdienen. Das ist leider bei Kyo nicht passiert und muss nachgeholt werden. Wer den eineinhalb Jahre alten Rüden übernimmt, muss viel Zeit investieren und gute Nerven haben. Denn Kyo kennt kein «Nein», er macht, was er will, weil das bisher für ihn normal war. Er muss lernen, dass der Chef oder die Chefin das Sagen hat. Kyo wird das sicher mit der Zeit verstehen. Denn er hat zwar einen sturen Kopf, aber er ist nicht dumm.

Phoebe

Phoebe sucht ein warmes Plätzchen. Bisher lebte die vier Jahre alte Schiltpatt-Katze draussen. Im Sommer hat ihr das nicht viel ausgemacht, aber vor Wintereinbruch wollte sie ins Haus. Doch das ging dort nicht, wo sie bisher gefüttert worden ist. Sie lässt sich manchmal streicheln und ist so etwas wie halbwild, halt so wie ihr Leben bisher auch war. Einerseits selbstbestimmt und andererseits von Menschen regelmässig gefüttert. Sie sucht einen ruhigen Platz ohne viel Lärm und ohne viel Verkehr, denn Phoebe muss unbedingt ins Freiekönnen.

Jake

Mit seinen neun Monaten war Jake schon viel auf Reisen. Der Border-Mischling kommt aus Italien. Er wurde durch eine Tierschutzorganisation in die Schweiz gebracht. Doch hier zeigte sich, dass Jake sehr ängstlich ist und es darum viele schwierige Situationen gibt. Darum wurde er schliesslich wegen Überforderung ins Tierheim gebracht. Und Jake hat auch ein Problem mit Kindern. Niemand weiss, was er mit ihnen schon erlebt hat. Kurz: Jake braucht jemanden, der ihm Vertrauen geben kann, und im Alltag selbstsicher vorangeht. Ihn behutsam an Kinder (nicht im gleichen Haushalt) gewöhnt. So könnte er mit der Zeit Vertrauen entwickeln. Vielleicht würde auch ein zweiter, souveräner Hund bei Jake etwas bewirken. Dann könnte er sich an ihm orientieren.