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«Schluss mit klassischen Hierarchien»

Starke Organisationen zeichnen sich dadurch aus, dass deren Chefs allen Personen auf Augenhöhe begegnen, sagt «New Work»-Vordenker Frederic Laloux.

«In Japan ist mein Buch ein absurder Erfolg, ja ein richtiger Hype»: Frederic Laloux. Fotos: Robert Rieger

«In Japan ist mein Buch ein absurder Erfolg, ja ein richtiger Hype»: Frederic Laloux. Fotos: Robert Rieger

Mathias Morgenthaler@_Morgenthaler_

Herr Laloux, Sie empfehlen Chefs, den Angestellten mehr Freiräume zu schenken. Passiert derzeit nicht genau das Gegenteil? Tendieren Manager in unsicheren Zeiten nicht dazu, noch mehr zu kontrollieren, noch enger über Zahlen zu führen, noch öfter selber zu entscheiden?
Ja, das ist leider so – vor allem dort, wo die Sinnhaftigkeit der Arbeit nur schwer ersichtlich ist. Viele der grossen Unternehmen betreiben ein Business, das eigentlich der Welt schadet und das im Grunde verschwinden müsste. Angenommen, ich bin der Chef der Abteilung Pestizide bei einem Chemiemulti: Ich verantworte Milliardenumsätze, aber wenn ich mich wirklich trauen würde, in Kontakt zu kommen mit meinen eigenen Gefühlen, mit meinen Hoffnungen für die Welt, müsste ich darauf hoffen, dass es mein Business bald nicht mehr gibt. In so einem Kontext ist es schwierig bis unmöglich, der Frage nach dem Warum Raum zu geben und Mitarbeiter einzuladen, sich stärker am Daseinszweck der Organisation auszurichten statt an Hierarchie und Marktanteilen und persönlichem Profit.

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