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Bilanzskandal beim FinanzkonzernWie das Kartenhaus einstürzte

Eine sagenhafte Erfolgsgeschichte erzählte der Werdegang von Wirecard – und viele wollten das glauben. Über Aufstieg und Fall einer Skandalfirma.

Bediente die Sehnsucht nach einer frischen Erfolgsgeschichte: Wirecard-Chef Markus Braun.
Bediente die Sehnsucht nach einer frischen Erfolgsgeschichte: Wirecard-Chef Markus Braun.

Pünktlich um 19.30 Uhr trifft der frühere Konzernchef Markus Braun am Montag dieser Woche in den Büros der Staatsanwaltschaft München ein, um sich verhaften zu lassen. Er geht den Flur entlang, vorbei an der Kaffeeküche, setzt sich im Besprechungszimmer an den grossen Tisch. Er ist mit zwei Anwälten da, zwei Polizisten sind anwesend, ferner drei Staatsanwälte.

Ein Moment wie dieser ist nie Routine, der Moment, in dem ein Mensch kurz davor ist, seine Freiheit zu verlieren. Als der Haftbefehl verlesen worden ist, stehen alle wieder auf, die Oberstaatsanwältin begleitet Markus Braun noch ins Polizeipräsidium, als wolle sie noch gute Nacht wünschen, bevor Braun seine Zelle betreten muss. Alles läuft ruhig und geordnet ab, was zum Anlass passt: Wenn ein Kartenhaus zusammenfällt, gibt es eben kaum Geräusche.

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