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Qualität von Schweizer BödenWie gesund ist Ihr Garten? Die vergrabene Unterhose zeigts

Hobbyforscher sollen helfen, mehr über die Qualität von Schweizer Böden herauszufinden – mit einem Stück Baumwollstoff.

Je weniger Stoff, umso besser, findet der Forscher Franz Bender.
Je weniger Stoff, umso besser, findet der Forscher Franz Bender.
Foto: Barbara Reye

Zerrissen, zerfetzt, löchrig und verschmutzt – die vor acht Wochen auf der Wiese bei einem Apfelbaum am Stadtrand von Zürich eingegrabene Feinrippunterhose aus reiner Biobaumwolle ist kaum wiederzuerkennen. Die einst weisse «Mens Boxer» besteht fast nur noch aus einem dreckigen Gummibund, ein paar dicken Säumen und weiteren Textilfetzen. Doch ein solches bis zur Unkenntlichkeit entartetes Gerippe ist genau das, was die Forschenden von Agroscope Reckenholz und der Universität Zürich wollen. Je weniger Stoff, umso besser.

Was sich wie ein verspäteter Aprilscherz anhört, wird nun erstmals in der Studie «Beweisstück Unterhose» ernsthaft untersucht. Es handelt sich dabei um das bisher grösste Citizen-Science-Projekt der Schweiz zur Bodenqualität, bei dem insgesamt 1000 interessierte Laien zwischen Genf und dem Engadin jeweils zwei Unterhosen sorgfältig nebeneinander für einen bestimmten Zeitraum im Boden vergraben. Ganz ohne Messgeräte lässt sich auf diese Art und Weise die Qualität eines Ackers, einer Wiese oder eines Gemüsebeets im Garten bestimmen und danach auf einer Schweizer Karte einzeichnen. Zusätzlich analysieren die Wissenschaftler die Zusammensetzung und die Nährstoffgehalte des jeweiligen Bodens und untersuchen auf ausgewählten Flächen die mikrobielle Biodiversität.

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