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Actelion-GV: Präsident wirbt vor Aktionären für eigene Strategie «Hedgefunds Elliott hat keine Pläne für langfristige Entwicklung»

An der Generalversammlung des Biotechnologieunternehmens Actelion in Basel hat Verwaltungsratspräsident Robert Crawthorn im Machtkampf mit dem Hedgefunds Elliott Advisors am Donnerstagmorgen für den eigenen Weg geworben.

Elliott will gegen den Willen des Unternehmens sechs eigene Kandidaten in den Verwaltungsrat bringen. «Heute werden Sie über die Zukunft von Actelion entscheiden», rief Verwaltungsratspräsident Robert Crawthorn den mehreren hundert Aktionären im Kongresszentrum der Messe Basel in Erinnerung. Der Hedgefunds, der gemäss eigenen Angaben gut 6 Prozent des Aktienkapitals von Actelion kontrolliert, erachtet die Firmenstrategie von Actelion als zu riskant und meint, dass ein Verkauf für die Aktionäre mehr Wert bringen würde als ein Alleingang. Die Actelion-Führung kämpft indes vehement gegen das Ansinnen. Strategie überprüft Man habe die Strategie und die Produktepipeline von Actelion immer wieder überprüft, sagte Crawthorn. Dabei sei der Verwaltungsrat in einer internen Untersuchung zum Schluss gekommen, dass der Unternehmenswert viel höher sei, als im Aktienkurs derzeit wiederspiegelt werde. Dieses Ergebnis habe eine externe Revisionsgesellschaft bestätigt. Actelion habe gegenwärtig einen Börsenwert von über 6 Milliarden Franken. Man prüfe regelmässig den Erwerb von Produkten, Partnerschaften mit andern Unternehmen oder andere Formen von Fusionen und Akquistionen, sagte Crawthorn: «Aber eines muss ich sagen, wenn wir unser Unternehmen jetzt verkaufen würden, würden wir die Aktionäre um Früchte unserer Anstrengungen bringen.» Elliott will Verwaltungsratspräsident Crawthorn und Konzernchef Jean-Claude Clozel absetzen. Statt dessen soll der ehemalige Novartis-Manager James Shannon zum neuen Präsidenten des Verwaltungsrates gewählt werden. Zudem schlägt Elliott weitere fünf Kanditaten für das bisher neunköpfige Aufsichtsgremium vor. Clozel: Strategie erfolgsversprechend Clozel konterte die Vorwürfe des Hedgefunds vor den Aktionären damit, dass Actelion eine Entwicklungsstrategie habe, die kurz-, mittel- und langfristig erfolgreich sei: «Bis Ende dieses Jahres werden wir 12 bis 15 Produkte in klinischer Entwicklung haben.» Die Pipeline von Actelion sei ausgewogen in Bezug auf das Risiko eines allfälligen Scheiterns der Produkte, der Kosten für die Entwicklung, der Zeit für die Vermarktung der Produkte. Einige Produkte kämen früher, andere bräuchten noch länger. Nicht alle Produkte dürften erfolgreich sein, sagte Clozel. Aber das sei normal in der Branche. Insgesamt sei die Pipeline aber vielversprechend. «Wir sind überzeugt, dass unser Weg der richtige ist», sagte Crawthorn: «Ich bitte sie dringend, Actelion nicht in die Hände von Leuten zu legen, die keine Pläne für die langfristige Entwicklung von Actelion vorlegen können.»

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