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China will Yuan nur langsam von der Leine lassen

Shanghai/Peking China will im Streit über seine Währungspolitik dem Yuan nur nach und nach mehr Spielraum zugestehen.

Langfristiges Ziel sei es, den Wechselkurs völlig freizugeben und dem Markt zu überlassen, sagte ein Zentralbank- Berater am Montag am Rande eines Notenbanktreffens in Shanghai. «Derzeit aber sollten wir bei einer kontrollierten Kursbewegung bleiben und die Flexibilität sowie die Handelsspanne ausweiten», sagte Xia Bin, der auch für die Regierung arbeitet. Hoffnungen auf rasche Reformen erteilte Vize-Zentralbankchef Yi Gang eine Absage, jede Änderung werde schrittweise erfolgen. China hatte die feste Bindung des Yuan an den Dollar im Juni gelöst, seither darf sich der Yuan täglich in einer Spanne um einen Referenzkurs bewegen. In den vergangenen Wochen hatte der Yuan spürbar an Wert gewonnen. Nach offizieller chinesischer Ansicht wird diese Aufwertung aber nicht von Dauer sein: Die Wirtschaft sei weder in China noch weltweit so gestärkt, dass sie einen schnellen Aufwärtstrend rechtfertigen würde, sagte Wang Jun von der nationalen Akademie der Sozialwissenschaften der staatlichen Zeitung «Renmin Ribao». USA verschieben Devisenbericht Die USA werfen China vor, die Landeswährung künstlich billig zu halten, um so den Exporteuren Vorteile im Welthandel zu verschaffen. Am Freitag hatte die Regierung von US-Präsident Barack Obama aber darauf verzichtet, neues Öl ins Feuer zu giessen und den Währungsstreit weiter anzuheizen. Das Finanzministerium verschob die Veröffentlichung seines Devisenberichts und damit die Entscheidung, ob China erstmals seit 16 Jahren offiziell der Manipulation bezichtigt werden soll. Der Yuan-Kurs gab daraufhin nach. Zentralbankberater Xia sagte, die Verschiebung des Berichts sei ein Anzeichen dafür, dass die US-Regierung anerkenne, dass eine Yuan- Aufwertung ihre Probleme nicht löse. «Langfristig wird der Dollar stark unter Druck geraten, wenn die USA keine Wege finden, ihr Wachstumspotenzial zu stärken», sagte er. Der Dollar verliert seit August an Boden, nachdem US- Notenbankchef Ben Bernanke eine weitere Lockerung der Geldpolitik signalisiert hatte. Auf der Suche nach besseren Anlagemöglichkeiten investieren seither viele Anleger ihr Geld in Schwellenländern wie Brasilien, Südkorea oder Thailand. China will kein Spekulanten-Hafen sein Xia forderte Beschränkungen, um den Zufluss von Spekulantengeld zu bremsen. «Die USA setzen auf eine lockere Geldpolitik, die unverantwortlich ist und Kapitalflüsse erzeugt», sagte er. «Deswegen sprechen wir in Asien über Kapitalkontrollen.» Auch der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, sprach sich für eine striktere Überwachung der Geldströme aus, um möglicherweise destabilisierenden Kapitalflüssen zu begegnen. Derartige Einschränkungen seien ein Instrument, das Staaten zur Verfügung stehe, sagte er. Am Treffen der Notenbanker in Shanghai nimmt auch Philipp Hildebrand teil, der Präsident der Schweizerischen Nationalbank.

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