Der Krisenjet ist wieder begehrt

Der US-Flugzeughersteller Boeing findet für seine Unglücksmaschine 737 Max plötzlich wieder Käufer.

Teures Grounding: Drei Flugzeuge des Typs 737 Max sind am Boden beim Flughafen in Moses Lake im US-Bundesstaat Washington. (Reuters/Lindsey Wasson/19. September 2019)

Teures Grounding: Drei Flugzeuge des Typs 737 Max sind am Boden beim Flughafen in Moses Lake im US-Bundesstaat Washington. (Reuters/Lindsey Wasson/19. September 2019)

Das nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegte Boeing-Flugzeugmodell 737 Max entpuppt sich auf der Luftfahrtmesse in Dubai als Verkaufsschlager. Verschiedene Fluggesellschaften kündigten dort Bestellungen von insgesamt bis zu 50 Maschinen des Typs im Wert von rund 6 Milliarden Dollar an.

So gab die Fluggesellschaft Air Astana aus Kasachstan am Dienstag die Bestellung von 30 der Mittelstreckenjets bekannt. «Wir machen das Fliegen für die Menschen in Kasachstan erschwinglich», sagte Alma Aliguzhinova, Vorstandsmitglied der Fluglinie. Ende 2021 werde die Auslieferung der ersten Maschinen beginnen.

Am Montag hatte bereits die türkische Fluglinie SunExpress, ein Gemeinschaftsunternehmen von Turkish Airline und Lufthansa, erklärt, bei dem US-Flugzeugbauer zehn weitere 737 Max-Maschinen bestellt zu haben, zusätzlich zu 32 bereits georderten Flugzeugen des gleichen Typs. Zudem soll Insidern zufolge eine weitere, namentlich nicht genannte Fluggesellschaft zehn Boeing 737 Max geordert haben.

Ab Januar wieder in der Luft?

Nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten müssen Maschinen dieses Typs weltweit am Boden bleiben. Eine fehlerhafte Software wird für die Unglücke verantwortlich gemacht. Boeing verbrachte die vergangenen Monate damit, die Probleme zu untersuchen, Lösungen zu entwickeln und auch die Pilotenschulungen anzupassen.

Die Luftfahrtbehörden müssen das allerdings noch genehmigen, damit die Flugzeuge wieder abheben können. Der Flugzeughersteller rechnet damit ab Januar. Die Auslieferung von 737-Max-Maschinen an Kunden könnte schon im Dezember wieder aufgenommen werden, hatte Boeing vergangene Woche erklärt.

fal/sda

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