Zum Hauptinhalt springen

Die Perlen im Apphaufen finden Von Kurt Haupt, SDA/MID Hintergrund

Besitzer eines modernen Smartphones können ihr Handy gratis oder für wenige Franken mit zusätzlichen Funktionen aufrüsten.

Doch wie findet man unter hunderttausenden Apps genannten kleinen Programmen jene, die den Handyalltag einfacher und freudvoller machen? Mehr als 10 Milliarden solche Progrämmchen hat allein Apple in den letzten zweieinhalb Jahren ausgeliefert. Statistisch besitzt nun also jeder der knapp 7 Milliarden Erdbewohner 1,4 Apps. Diese Zahl ist natürlich Unsinn, denn die inzwischen 160 Millionen iPhones, iPads und iPods sind genauso ungerecht über die Welt verteilt, wie Nahrungsmittel. Anscheinend hat jeder Besitzer eines Apple-Mobilgerätes aber inzwischen über 60 Programme ausprobiert, und den Grossteil davon wohl bereits wieder gelöscht. Die Besitzer von Smartphones leiden inzwischen nämlich genauso unter einem Überangebot an digitalen Verlockungen wie Übergewichtige beim Besuch einer Konditorei. Erschlagen von der App-Welle Allein Apple lobt sich damit, 350'000 verschiedene Apps in seinem Programmladen zu führen. Besitzer eines Handy mit dem Betriebssystem Android können unter 230'000 Programmen auswählen. Nokia-Besitzer finden im Ovi-Store über 40'000 verschiedene Programme. Lediglich das neuen Windows Phone 7 hat mit gut 7000 Programmen ein noch überschaubares Angebot. Die Appstores, ursprünglich als gepflegtes Warenhaus für den Kauf von Programmen gedacht, ähneln inzwischen eher überdimensionierten Flohmärkten. Denn das Geschäft mit dem Verkauf von Apps hat auch Goldgräber angelockt, die Wertloses verramschen oder gar mit Schlitzohrigkeit zu Geld kommen wollen. So machen in letzter Zeit vermehrt Programme von sich reden, die zwar kostenlos zu beziehen sind, den Besitzer aber später auf kostenpflichtige Seiten locken oder zum Abschluss fragwürdiger SMS- Abos verleiten. Hitparaden, Wettbewerbe und Berater Die Betreiber der Appstores beraten den Besucher durch eigene Empfehlungen und Hitparaden. So kann man in Apples Laden jederzeit sehen, welches Progrämmchen am häufigsten gekauft oder kostenlos bezogen wurde. Wer also Langeweile hat, lädt sich einfach ein kostenloses App aus dieser Hitliste herunter. Apples Hitparade lässt sich aber schlecht auf einzelne Apps einschränken. Diesen Trick beherrscht, wer hätte das gedacht, eine spezielle App. Das kostenlose Top100Apps wird auf iPhone oder iPad installiert und bietet dann eine Hitparade, die nicht nur Ländern, sondern auch nach Rubriken (Unterhaltung, Spiele, Geld, Gesundheit) gefiltert werden kann. So erfährt man, dass in der Schweiz «Swiss Map Mobile» das am meisten gekaufte Navigationsprogramm ist, während «Europe Offline Map» der beliebteste kostenlose Pfadfinder der Helvetier ist. Stöbert man in der Hitliste anderer Länder, erfährt man, dass in Rumänien ein Werbespiel für Edelkarossen die Hitparade anführt, während in Japan das meistverkaufte App «Puffin» das Surfen im Internet beschleunigt. Die Australier schwören dafür im Gesundheitsbereich auf «Sleep Pillow», das mit entspannenden Tönen das Einschlafen erleichtern soll. Statt einfach mit der Masse zu pröbeln, kann man auf speziellen Internetseiten lesen, welche neuen Apps ein Fachpublikum begeistern. Kostenlose Videokonferenzen Eine spannende Quelle ist beispielsweise www.mobileappsshowdown.com, wo alljährlich anlässlich der Unterhaltungsmesse CES die besten Programme für unterschiedlichste Mobilgerätesysteme gewählt werden. So lernt man, dass es für Android- Geräte mit «oovoo» ein Programm gibt, dass kostenlose Videokonferenzen am Handy ermöglicht. Anscheinend demokratisch werden die besten Apps für Handys bei 101bestiphoneapps.com und 101bestandroidapps.com gewählt. Allerdings genügen dort bereits 50 Stimmen, um zum Monatssieger gekürt zu werden. Die Internetseite bündelt aber wenigstens die Publikumslieblinge nach unzähligen Kriterien. Verschiedene Fachpublikation im deutschsprachigen Raum listen auf ihren Internetseiten empfehlenswerte Apps auf. So bietet beispielsweise der Heise-Verlag unter www.heise.de/software ein umfangreiches Verzeichnis von Smartphone-Programmen aller Gattungen. Dort stösst man dann plötzlich auf Perlen wie den kostenlosen TeamViewer, mit dem sich ein heimischer PC aus der Ferne via Handy bedienen lässt. Schnäppchenführer Auf www.autobild.de listet eine andere Zeitschrift die besten Apps für Autofahrer auf. Ganz eidgenössisch ist die Seite www.android-schweiz.ch/ch-apps/, welche die wichtigsten lokalen Android-Programme beschreibt. Unter www.apfelblog.ch findet man analog, was sich bei den helvetischen Entwicklern für das iPhone tut. Wie viel gute Ideen ein Preisgeld von einer Million Dollar zu Tage fördert, zeigt die Internetseite www.callingallinnovators.com, auf der sich ausschliesslich Apps für Nokia-Handys finden. Gespannt darf man auch auf das Ergebnis des App-Wettbewerbes von Swisscom sein, welcher dieses Jahr die besten Programme für iPhone, Android und Windows Phone kürt. Inzwischen gibt es sogar erste Schnäppchenführer für Apps. Programme, die gut verkauft werden, erhalten bessere Ränge in den Läden und verkaufen sich dadurch besser. Dies animiert die Hersteller, ihre Produkte mittels Preisreduktionen auf die vorderen Ränge zu hieven. Die Internetseite www.appadvice.com/pricedrops sucht die Aktionen im Webbrowser, das Programm Appdeals erfüllt dieselbe Funktion auf iPhone oder iPad. Ein persönlich angepasster App-Berater ist der Appvisor von Swisscom, der als App für Apple und Android erhältlich ist. Aufgrund eines persönlichen Profiles schlägt er passende Apps vor und berücksichtigt dabei vor allem auch Progrämmchen mit lokalen Inhalten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch