«Eines der besten Jahre für Tamedia»

Das Digitalgeschäft brachte Tamedia deutlich mehr Umsatz und Gewinn ein. Auch die Paywall des «Tages-Anzeigers» trug zum Wachstum bei.

Der Medienkonzern Tamedia weist fürs Jahr 2014 sowohl ein Umsatz- wie auch ein Gewinnwachstum aus. Während das Umsatzplus hauptsächlich im Digitalgeschäft gründet, hat Tamedia die Gewinnmarge in allen Geschäftsfeldern verbessern können.

Der Umsatz des Tamedia-Konzerns, zu dem auch thunertagblatt.ch/Newsnetz gehört, stieg um 4,2 Prozent auf 1,115 Milliarden Franken. Beim Betriebsgewinn (Ebit) weist das Medienunternehmen ein Plus von 25,8 Prozent auf 160,6 Millionen Franken aus, der Reingewinn stieg dank des Buchgewinns aus dem Verkauf der Publigroupe-Aktien gar um mehr als ein Drittel auf 159,7 Millionen Franken.

«Über die 120-jährige Unternehmensgeschichte betrachtet, war 2014 eines der besten Jahre für Tamedia», sagt Pietro Supino, Verleger und Verwaltungsratspräsident von Tamedia.

Neben den Rubrikenplattformen wie Homegate.ch oder Jobs.ch hätten auch die Bezahlmodelle der Internetseiten von «Tages-Anzeiger» und «Der Bund» zum Wachstum des digitalen Geschäfts beigetragen, hiess es im Mediencommuniqué. Organisch ist die Digitalsparte demnach um 11,2 Prozent gewachsen, inklusive Akquisitionen um 16,4 Prozent. Der Spartenumsatz betrug 272,9 Millionen Franken

Mittlerweile steuern die digitalen Angebote rund 24 Prozent zum Umsatz des Konzerns bei. Weil die Internetplattformen eine höhere Profitabilität aufweisen als das traditionelle Printgeschäft, beträgt der Gewinnanteil des Digitalgeschäfts vor Abschreibungen gar schon knapp 33 Prozent.

Weniger Inserate

In der Sparte Print National, die hauptsächlich aus den Pendlerzeitungen wie «20 Minuten» und Zeitschriften besteht, sank der Umsatz um 5,2 Prozent auf 357,2 Millionen Franken. Der Spartengewinn stieg gleichzeitig um 10,8 Prozent auf 66,0 Millionen Franken. Geprägt war die Sparte vom rückläufigen Ertrag mit Inseraten, Massnahmen zur Steigerung der Effizienz und Investitionen in die dänische Pendlerzeitung «Metroexpress».

Auch im Geschäftsfeld Print Regional, die vor allem aus den bezahlten Tageszeitungen besteht, machte sich der Rückgang des Inserateertrags bemerkbar. Durch die Übernahme der Ziegler Druck- und Verlags AG stieg der Spartenumsatz aber dennoch, und zwar um 3,8 Prozent auf 540,9 Millionen Franken. Der Gewinn vor Abschreibungen dieser Sparte fiel 10,9 Prozent höher aus und belief sich auf 89,7 Millionen Franken.

Tamedia-Aktien gesucht

Die Tamedia-Aktien sind im frühen Handel gefragt. Der von der Mediengruppe vorgelegte Abschluss für das vergangene Jahr überzeugt die Investoren auf der ganzen Linie. Treiber der guten Geschäftsentwicklung sind insbesondere die Digitalaktivitäten.

Tamedia-Aktien notierten nach 09.30 Uhr um knapp 6 Prozent höher während der SPI unter Vortagesschluss stand. Die Tamedia-Aktien setzen damit ihren nach der Ankündigung der Übernahme von Ricardo gestarteten Aufwärtstrend weiter fort.

«Starkes Ergebnis»

Die Analysten zeigen sich in ihren ersten Reaktionen sehr angetan vom Abschluss 2014. «Starkes Ergebnis» heisst es sowohl bei der ZKB als auch bei Baader Helvea. Die ausgewiesenen Zahlen lägen dank einem stärker als erwartet ausgefallenen Ergebnis von Digital über den Konsensschätzungen, so Baader Helvea weiter.

Alle drei Segmente hätten die Profitabilität (Ebitda-Marge) gesteigert, am deutlichsten der Bereich Digital mit einer Verbesserung um 330 Basispunkte (BP) auf 27,6 Prozent.

Die ZKB geht davon aus, dass die Tamedia-Aktien heute weiter positiv reagieren werden, weist aber darauf hin, dass die Titel nach der Ankündigung der Ricardo-Transaktion schon stark zugelegt haben.

bru/sda

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