Zum Hauptinhalt springen

EU-Finanzminister debattieren in Polen über Bankenkrise

Breslau Die EU-Finanzminister diskutieren am Samstag zum Abschluss ihres informellen Treffens im polnischen Breslau über die Stabilität des europäischen Bankensystems.

Einige Staaten drängen weiter auf die Einführung der Finanztransaktionssteuer (FTT). Belgien will zusammen mit Deutschland und Frankreich die Einführung einer Abgabe auf Finanzgeschäfte in Europa voran bringen. Der belgische Finanzminister Didier Reynders erklärte am Samstag, es wäre zwar besser eine Abgabe auf Finanztransaktionen weltweit einzuführen. Dieser Idee hatte allerdings US-Finanzminister Timothy Geithner bereits am Freitag eine klare Absage erteilt. Deswegen solle eine Abgabe auf Finanzgeschäfte in der EU, oder aber zumindest in den 17 Ländern der Euro-Zone eingeführt werden, sagte Reynders. Eine Abgabe auf Finanzgeschäfte ist in der EU heftig umstritten. So sperrt sich besonders Grossbritannien dagegen. Die britische Regierung fürchtet eine Schwächung des Finanzplatzes London, wenn Firmen wegen einer solchen Steuer abwandern. Bei der Diskussion zu den Banken geht es insbesondere um die Ergebnisse der Bankenstresstests vom Juli und die Rolle der Ratingagenturen, berichteten Diplomaten. Bei der letzten Runde der europäischen Stresstests waren acht Kreditinstitute durchgefallen. Die Lage auf dem internationalen Bankenmarkt ist angespannt. Erst am Donnerstag hatten die führenden Notenbanken der Welt eine gemeinsame Aktion angekündigt, um die Vertrauenskrise zwischen den internationalen Geldhäusern zu bekämpfen. Die Europäische Zentralbank (EZB) will in Kooperation mit der US- Notenbank Fed den europäischen Instituten längerfristige Dollar- Kredite zur Verfügung stellen. Auch die Bank of England, die japanische Notenbank und die Schweizerische Nationalbank ziehen mit. Das Treffen der EU-Finanzminister soll am Samstag vorzeitig enden. Aufgrund einer angekündigten Massendemonstration gegen die Sparpolitik in Europa würden die Minister «früh abfahren», sagte eine Vertreterin aus dem Organisationsteam.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch