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Ex-Banker von Julius Bär übergibt Daten-CDs an Wikileaks

London Der ehemalige Julius-Bär-Banker Rudolf Elmer hat am Montag CDs mit Daten von mutmasslichen Steuerbetrügern an den Gründer der Internet-Plattform Wikileaks, Julian Assange, übergeben.

Darin soll es um reiche Prominente, Wirtschaftsführer und Abgeordnete aus den USA, Grossbritannien und Asien gehen, die Konten in Offshore-Finanzzentren genutzt haben sollen, um Steuern zu hinterziehen. «Wir werden diese Informationen so behandeln, wie wir alle anderen Informationen auch behandeln, die wir bekommen», sagte Assange vor Journalisten in London. «Es wird eine vollständige Offenlegung geben.» Assange lobte Elmer für seinen Einsatz, die mutmasslich dunklen Geschäfte der Finanzindustrie aufzudecken. Da Wikileaks derzeit die Veröffentlichung von etwa 250'000 Depeschen des US- Aussenministeriums vorbereite, könne es mehrere Wochen dauern, bis die Bankdaten an die Reihe kämen. Elmer, der nach eigenen Angaben acht Jahre lang im Steuerparadies Cayman Islands als Banker gearbeitet hat, sagte zu Journalisten, er wolle das System der Offshore-Banken aufdecken. «Ich will, dass die Gesellschaft weiss, wie das System funktioniert», sagte der Ex- Banker. «Es schädigt die Gemeinschaft.» Details wie Namen von Unternehmen oder Privatpersonen wollte er nicht preisgeben. Am Mittwoch in Zürich vor Gericht Für die Staatsanwaltschaft Zürich ist jedoch klar: Elmer wollte seinen Arbeitgeber erpressen. Am Mittwoch muss er sich vor dem Bezirksgericht in Zürich wegen des Vorwurfs der Verletzung des Bankgeheimnisses und der Nötigung verantworten. Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, verlangt der Staatsanwalt dafür eine bedingte Freiheitsstrafe von acht Monaten sowie eine Busse von 2000 Franken. Wikileaks wird beim Prozess in Zürich nicht im Zentrum stehen, da die Anklage nur die Handlungen bis 2007 abdeckt. Der Angeklagte ist aber der weltweit erste Wikileaks-Lieferant, der sich für seine Whistleblowing-Taten vor einem Gericht verantworten muss.

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