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Fenerbahçe storniert Hotel in Zürich wegen Erdogan

Für das Europa-League-Spiel gegen GC hatte der Club aus Istanbul im Mövenpick Regensdorf ZH gebucht. Dann kam die Annullierung.

Schlief im Dolder statt im Mövenpick: Fenerbahçes Fernandao im Zürcher Letzigrund. (25. August 2016)
Schlief im Dolder statt im Mövenpick: Fenerbahçes Fernandao im Zürcher Letzigrund. (25. August 2016)
Walter Bieri, Keystone

Der Machtapparat des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan greift sogar in die Hotel-Planung des Fussballclubs Fenerbahçe Istanbul ein. So passiert vor dem Europa-League-Match im Zürcher Letzigrund gegen Grasshoppers Zürich am 25. August. Die Mannschaft aus der Türkei reservierte Zimmer im Mövenpick-Hotel in Regensdorf ZH. Einen Tag vor der Anreise stornierte Fenerbahçe die Buchung jedoch telefonisch.

«Es gab keine offizielle Begründung», sagt Tina Seiler, Sprecherin der Mövenpick-Gruppe, zur «SonntagsZeitung». 25'000 Franken musste der türkische Verein wegen der Absage zahlen. Er tat dies anstandslos – und buchte stattdessen im Zürcher Luxushotel Dolder.

Verbindung zu Gülen?

Wenige Tage nach dem Spiel gegen GC publizierten mehrere türkische Zeitungen Artikel zum Zwischenfall – unter anderem die Online-Ausgabe von «Türkiye». Darin heisst es, der Grund für die Stornierung der Buchung von Fenerbahçe liege in der Verbindung des Mövenpick-Hotels zu Fethullah Gülen.

Präsident Erdogan bezeichnet das Netzwerk des in den USA lebenden islamischen Predigers als Terroroganisation, und macht Gülen und dessen Anhänger für den Putschversuch Mitte Juli in der Türkei verantwortlich. Ein Anruf aus dem türkischen Aussenministerium habe denn auch zur Umbuchung geführt, heisst es im Artikel der Erdogan-nahen Zeitung «Türkiye».

Recherchen der «SonntagsZeitung» zeigen nun, dass die Fakten völlig verdreht wurden: Das Hotel in Regensdorf gehört der Valpona Immo AG mit Sitz in Küsnacht ZH. Und deren Aktien wiederum gehören zu 100 Prozent einer Familienholding aus Spanien. Es gebe keinerlei Verbindungen zur Türkei, sagt Anwalt Leonhard Toenz, der die Holding vertritt. Ein türkischer Unternehmer aus der Schweiz, der im Artikel diffamiert wird, hat nun Strafanzeige erstattet.

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