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Pensionskasse hilft aus der Patsche

Zu wenig Eigenkapital für den Kauf eines Eigenheims? Die Pensionskasse hilft das Problem lösen. Besser als ein Vorbezug des Pensionskassenguthabens ist aber die Verpfändung.

Nur selbst bewohntes Eigentum kann mit Geldern der Pensionskasse oder der Säule 3a finanziert werden, also keine Ferienwohnungen und keine vermietete Liegenschaften.
Nur selbst bewohntes Eigentum kann mit Geldern der Pensionskasse oder der Säule 3a finanziert werden, also keine Ferienwohnungen und keine vermietete Liegenschaften.
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«Der Bund fördert den Wohnungsbau, den Erwerb von Wohnungs- und Hauseigentum, das dem Eigenbedarf Privater dient», steht in Artikel 108 der Bundesverfassung. Eine dieser Förderungsmassnahmen erfolgt via Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge BVG. Danach können Pensionskassenguthaben für die Finanzierung von selbst bewohntem Eigentum verwendet werden.

Ob es richtig ist, das Baugewerbe mit Vorsorgeguthaben zu unterstützen, ist eine politische Frage. Tatsache ist: Wer für den Erwerb eines eigenen Hauses oder einer Eigentumswohnung nicht genügend Eigenkapital vorzweisen vermag, kann dazu auf das Pensionskassenkapital zurückgreifen.

Folgende Bedingungen sind zu erfüllen:

Nur selbst bewohntes, dauernd genutztes Eigentum kann mit Geldern der 2.Säule finanziert werden, also keine Ferienwohnung oder Liegenschaft, die vermietet wird.

Das Geld der 2.Säule kann sowohl für Alleineigentum, für Miteigentum wie auch für Stockwerkeigentum oder für ein Baurecht eingesetzt werden.

Die Regelung gilt nicht nur für die Finanzierung beim Kauf, sondern auch für eine allfällige Abzahlung der Hypothek.

Der Mindestbetrag für den Vorbezug beträgt 20'000 Franken.

Das Pensionskassenguthaben kann nur bis drei Jahre vor Erreichen des reglementarischen Pensionsalters vorbezogen werden. Beispiel: Sieht das Pensionskassenreglement Frühpensionierungen mit Alter 58 vor, so muss das Geld vor Alter 55 bezogen werden.

Bis Alter 50 kann das gesamte Pensionskassen-Guthaben vorbezogen werden. Ab Alter 50 kann entweder der Betrag, den man mit Alter 50 hätte vorbeziehen können, oder die Hälfte des aktuellen Pensionskassenguthabens vorbezogen werden – je nachdem, welche Summe die höhere ist.

Der vorbezogene Betrag ist zu versteuern – und zwar getrennt vom übrigen Einkommen zu einem speziellen Tarif. Bei einer späteren Rückzahlung wird die Steuer zurückerstattet, ohne Zins.

Verheiratete brauchen für den Vorbezug die schriftliche Zustimmung des Ehegatten.

Verpfänden ist besser

Häufig ist es vorteilhafter, das Pensionskassenguthaben zu verpfänden, statt vorzubeziehen. Für die Verpfändung sind dieselben Bedingungen zu erfüllen wie für den Vorbezug. Doch bei der Verpfändung bleibt das Geld in der Pensionskasse und würde von der Bank nur bei einer Zahlungsunfähigkeit des Schuldners beschlagnahmt.

Das verpfändete Kapital dient der Bank als Sicherheit, sodass sie günstigere Konditionen anzubieten vermag. Freilich muss man wissen, dass das verpfändete Kapital blockiert ist. Es braucht die Zustimmung der Hypothekarbank, wenn das Freizügigkeitsguthaben bar oder bei einer Scheidung dem Ehegatten ausbezahlt werden soll.

Versichert bei Verpfändung

Der grösste Vorteil der Verpfändung gegenüber dem Vorbezug liegt jedoch darin, dass man weiterhin voll gegen Tod und Invalidität versichert bleibt. Denn die Pensionskasse ist entgegen einer weit verbreiteten Meinung nicht nur eine Versicherung für das Alter, sondern auch ein Risikoschutz für heute. Sie versichert die Risiken Tod und Invalidität. Je nach Ausgestaltung des Reglements werden IV- und Hinterlassenenrenten auf Grund des Pensionskassenguthabens berechnet. Wird nun der Pensionskasse Geld entzogen, reduziert sich unter Umständen die Höhe der versicherten IV- und Hinterlassenenrenten. Anders bei der Verpfändung: Hier bleibt der Versicherungsschutz bestehen.

Zu einer Besteuerung kommt es nur im schlimmsten Fall, wenn nämlich die Bank zur Verwertung der verpfändeten Vorsorgeguthaben schreitet. Ein weiterer Vorteil der Verpfändung besteht darin, dass das Bankdarlehen nicht zurückbezahlt, sondern nur abgesichert wird und deshalb die Schuldzinsen weiterhin steuerlich in Abzug gebracht werden können.

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