Zum Hauptinhalt springen

Schüler werden zu Budgetexperten

Die Raiffeisenbank startet im Kanton Bern das Projekt «Moneymix», das der Jugendverschuldung entgegenwirken soll. 32 Jugendliche erhielten Einblick in die Konsumwelt und lernten budgetieren.

Konzentriert erstellen 32 Neuntklässler ihr persönliches Budget. Wie es sich gehört, werden die Einnahmen und Ausgaben fein säuberlich aufgelistet. Zur Seite stehen den Schülerinnen und Schülern Schuldenberater Bernhard Zaugg oder René Sieber von der Raiffeisenbank. Die Schüler nehmen am Pilotprojekt namens «Moneymix» der Raiffeisenbank teil. Sie sind alle für dreieinhalb Tage nach Frutigen gereist, um den verantwortungsvollen Umgang mit Geld zu lernen.

Budgetspezialisten

«Im modular aufgebauten Kurs vermitteln wir den Schülern alles ums Thema Jugendverschuldung. Sie werden zu Budgetspezialisten ausgebildet und geben dann ihr Wissen an ihre Klassenkameraden und eine weitere Klasse als Multiplikatoren weiter», umschreibt Monika Kitsao, Leiterin Marketing der Raiffeisenbank Region Uetendorf-Thun, das Projekt. So könne erreicht werden, dass im Kanton Bern bis Ende 2008 über 600 Schüler wissen, wie ein schuldenfreies Budget aussieht. Moneymix habe im Gegensatz zu anderen bereits bestehenden Dokumentationen den Ansatz, auch psychologische Aspekte wie das Kaufsuchtverhalten zu beleuchten, sagt Projektleiterin Kitsao. Das im Berner Oberland von der Raiffeisenbank gestartete Pilotprojekt Moneymix soll laut Kitsao in Zukunft in der gesamten Schweiz durchgeführt werden.

Gemäss einer Umfrage geben Jugendliche im Alter zwischen 15 und 22 Jahren pro Monat knapp 700 Franken aus. Der grösste Teil davon geht für den Ausgang und Kleider weg. Insgesamt geben die Schweizer Jugendlichen pro Jahr rund 600 Millionen Franken aus. Verständlich also, dass die Konsumgüterwirtschaft dieses Potenzial anzapfen will. Deshalb zielt Moneymix darauf, dass die Schüler ein realistischen Budget erstellen und so das Kaufverhalten zügeln und Schuldenfallen vermeiden können. So geben Finanz-, Schulden- und Versicherungsexperten den Schülern einen vertieften Einblick in die Themen Konsum, Budget, Werbung und Versicherung.

Ein Drittel hat Schulden

Wie wichtig es ist, dass Schüler und Jugendliche möglichst früh den massvollen Umgang mit Geld lernen, zeigen die Statistiken der Schuldenberater: Rund ein Drittel der Jugendlichen machen Schulden, wobei der Durchschnitt bei rund 500 Franken liegt. Wie Studien zeigen, entstehen Schulden durch Geldausleihen von Verwandten und Freunden. 30 Prozent der 16- bis 25-Jährigen geben mehr aus, als sie tatsächlich einnehmen. 50 Prozent haben gar ein gestörtes Kaufverhalten, und rund 80 Prozent der Überschuldeten machen die ersten Schulden vor dem 25.Geburtstag. Verschulden würden sich die Jugendlichen hauptsächlich mit Handys und deren Gebühren, mit Markenkleidern, Kosmetika, dem Ausgang oder Unterhaltungselektronik – weit gehend geschürt durch den Gruppendruck, der vorgebe, immer schön mithalten zu müssen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch