So geht man gegen lästige Anrufe vor

Swisscom hat einen Filter gegen Werbeanrufe aufs Handy eingeführt. 100 Prozent Schutz gibt es zwar nicht. Mit einigen Vorkehrungen lassen sich solche Telefonate aber bei allen Anbietern und auch auf dem Festnetz spürbar eindämmen.

Es gibt wirksame Methoden, Anrufe von Telefonmaklern zu unterbinden.

Es gibt wirksame Methoden, Anrufe von Telefonmaklern zu unterbinden. Bild: Fotolia

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Werbeanrufe nerven. Auf der «Ärgerliste» 2016 der Konsumentenverbände lagen die lästigen Telefonate wie schon im Vorjahr auf dem ersten Rang. Swisscom bietet ihren Kunden neuerdings für Mobilfunktelefonie einen Filter an, um solche Anrufe zu unterbinden. Dafür müssen sich Abonnenten im Internet unter Swisscom-Cockpit mit der Telefonnummer einloggen und dort den gewünschten Filter einrichten.

Sunrise teilt auf Anfrage mit, dass an einer vergleichbaren Lösung gearbeitet werde. Wann diese umgesetzt werden soll, lässt das Unternehmen aber noch offen. Salt bezweifelt, «dass solche Filterlösungen nachhaltig sind». Denn Werbetreibende würden immer wieder neue Wege finden, diese zu umgehen.

Dennoch prüft auch Salt eine Sperre für unerwünschte Werbeanrufe. Dies im Zusammenhang mit der Revision des Fernmeldegesetzes: Der Bundesrat will es zur Pflicht machen, Konsumenten besser vor solchen Telefonaten zu schützen.

Filter fürs Festnetz

Auf dem Festnetz erfolgen die lästigen Anrufe oft in noch höherer Kadenz. Auch hier bietet Swisscom bereits eine Sperre an, die sich im Internet unter dem Stichwort Callfilter finden und einrichten lässt. Dieser umfasst wie beim Mobilfunk eine laufend aktualisierte Liste von unseriösen Telefonmaklern, die sich nicht an den Ehrenkodex von Callnet.ch halten.

Der Callfilter umfasst eine laufend aktualisierte Liste von Telefonmaklern, die sich nicht an den Ehrenkodex von Callnet.ch halten.

Gemäss diesem Kodex sind unter anderem an Sonn- und Feiertagen keine Werbeanrufe erlaubt. Und die Werbeanrufer dürfen keine Konsumenten behelligen, die im Telefonverzeichnis einen Sterneintrag haben. Dieser Eintrag lässt sich im Internet unter Local.ch und den Stichworten «wünscht keine Werbung» einrichten.

Wer nicht im digitalen Telefonverzeichnis aufgeführt ist, kann seine Nummer auf der Internetseite von SDV Konsumenteninfo (Stichwort: Telefonsperrliste) gegen Werbetreibende schützen.

Doch aufgepasst: Unternehmen, bei dem ein Konsument schon Kunde ist, dürfen weiterhin anrufen. Auch wenn der Konsument seine Einwilligung gibt, sind Telefonate erlaubt. Und das tut er oft unbewusst. Als Einwilligung gilt schon die Teilnahme an einem Wettbewerb. Deshalb gilt: Vorsicht bei der freiwilligen Weitergabe von Telefonnummern oder Wettbewerben. Allgemeine Geschäftsbestimmungen enthalten oft eine Klausel, die zur Verwendung persönlicher Angaben berechtigen.

Unternehmen, bei dem ein Konsument schon Kunde ist, dürfen weiterhin anrufen.

Viele Telefonmakler kümmert der Ehrenkodex herzlich wenig. Die heutigen Smartphones oder Telefongeräte am Festnetzanschluss erlauben es in aller Regel, solche Nummern rasch und unkompliziert zu blockieren. Einige Anrufer umgehen dies, indem sie verschiedene Nummern einsetzen. Doch sind einmal alle Varianten auf der persönlichen Sperrliste gespeichert, dürfte zumindest für eine Weile Ruhe einkehren.

Unterdrückte Nummer

Einige schwarze Schafe arbeiten mit unterdrückter Rufnummer. Wer sich dagegen wappnen will, kann alle unterdrückten Rufnummern sperren. Mit modernen Geräten können diese generell blockiert werden – die Gebrauchsanleitung gibt im Detail Auskunft. Doch diese Methode dürfte für einige Konsumenten etwas zu brachial sein: Denn nicht nur lästige Werbeanrufer unterdrücken vereinzelt ihre Nummer, sondern auch Privatpersonen, die so ihre Privatsphäre schützen wollen. Wer also alle anonymen Anrufe blockiert, ist vielleicht auch für manche Freunde und Verwandte nicht mehr erreichbar.

Es gibt auch Kästchen wie Callblocker, die der Nutzer zwischen Festnetz und Telefongerät verkabelt. Solche Filter haben den Nachteil, dass sie etwas kosten und auch nicht alle Werbeanrufe unterbinden.

Und wenn trotz Vorsichtsmassnahmen Telefonmakler anrufen, sollte man sich nicht in ein Gespräch verwickeln lassen und die Streichung von der Liste verlangen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 05.12.2017, 14:04 Uhr

Recht

Wer sich mit einem Sterneintrag gegen unerwünschte Werbeanrufe schützt, kann sich auch rechtlich wehren. Und zwar mit einer Beschwerde wegen unlauteren Wettbewerbs beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Ein Onlineformular ist auf der Internetseite des Seco aufgeschaltet. Das Seco kann so Beschwerden bündeln. Es hat schon Klagen eingereicht und Nummern von unseriösen Anbietern aus dem Verkehr gezogen. ki

Artikel zum Thema

Werbung dank Zahlungsdaten

Die Kunden der Finanztochter der Post müssen ab Mitte Juni entscheiden, ob sie ihre Zahlungsdaten für Marketingzwecke freigeben wollen oder nicht. Mehr...

Gefälschte Online-Werbung plagt die Migros

Ein Online-Casino wirbt mit dem Bild zweier Migros-Angestellter – ohne deren Erlaubnis. Der Detailhändler geht dagegen vor, doch das Problem taucht immer wieder auf. Mehr...

Gefälschte Online-Werbung plagt die Migros

Ein Online-Casino wirbt mit dem Bild zweier Migros-Angestellter – ohne deren Erlaubnis. Der Detailhändler geht dagegen vor, doch das Problem taucht immer wieder auf. Mehr...

Kommentare

Blogs

Echt jetzt? Bündner Brücke der Rekorde
Sportblog Saure Milch

Die Welt in Bildern

Dick eingepackt: Die jüngsten Schneefälle verpassten diesen Vespas mitten in der Stadt Zürich ein Winterkleid. (18. Dezember 2017)
(Bild: Walter Bieri) Mehr...