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Kein Wachstum im vierten Quartal Schweizer Ertragsbilanzüberschuss steigt 2010 auf 80 Milliarden Franken

2010 hat sich die Schweizer Wirtschaft erholt, wie die Zahlungsbilanz der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ausweist.

Der Ertragsbilanzüberschuss stieg um 18 Milliarden auf 80 Milliarden Franken. Im Schlussquartal verblieb der Überschuss aber auf Stand des Vorjahresquartals. Im Aussenhandel legten im ganzen Jahr die Exporte von Waren um 8 und jene von Dienstleistungen um 3 Prozent zu. Die Warenimporte wuchsen um 8 Prozent. Insgesamt resultierte im Aussenhandel mit Waren und Dienstleistungen ein Überschuss von 66 Milliarden Franken, 7 Milliarden mehr als 2009. Bei den Kapitaleinkommen wuchs der Einnahmenüberschuss von 29 Milliarden auf 41 Milliarden Franken. Dabei stiegen die Einnahmen aus Kapitalanlagen im Ausland von 102 Milliarden auf 109 Milliarden Franken. Die Ausgaben auf ausländischen Einlagen in der Schweiz sanken gleichzeitig von 73 Milliarden auf 69 Milliarden Franken. Ausschlaggebend waren die Erträge auf Direktinvestitionen: Die verbesserte Gewinnsituation der Tochterunternehmen im Ausland führte zu höheren Einnahmen, die Ausgaben gingen zurück. Der Ausgabenrückgang bei den ausländischen Einlagen war durch tiefere Gewinne der ausländischen Finanz- und Holdinggesellschaften in der Schweiz bestimmt. Nationalbank-Transaktionen schlagen zu Buche Im Kapitalverkehr resultierte ein Nettoexport von 115 Milliarden Fr. nach 31 Milliarden 2009. Massgebend dafür waren Transaktionen der Nationalbank, etwa die Interventionen auf den Kapitalmärkten zur Stützung des Euro: Sie erhöhte die Währungsreserven um 138 Milliarden Franken. Andererseits flossen ihr aus dem Abbau von Swap- und Repogeschäften 31 Milliarden zu. Auch die hohen Nettokapitalimporte von 31 Milliarden Fr. bei den Portfolioinvestitionen kamen wegen der SNB zustande, weil ausländische Investoren in grossem Umfang Geldmarktpapiere der SNB (SNB-Bills) erwarben. Bei den Direktinvestitionen gab es mit 68 Milliarden Fr. nach 7 Milliarden im Vorjahr einen grossen Nettokapitalexport. Die schweizerischen Unternehmen statteten ihre Töchter im Ausland mit Zusatzkapital aus, zum anderen zogen ausländische Investoren Geld aus der Schweiz ab. Die Geschäftsbanken schliesslich importierten für ihr Kredit- und Einlagengeschäft 15 Milliarden Franken. Kaum Wachstum im vierten Quartal Im Schlussquartal 2010 entwickelten sich Waren und Dienstleistungen gegensätzlich, weist die SNB weiter aus. Während im Warenhandel die Exporte ( 6 Prozent) und die Importe ( 8 Prozent) höher waren, sanken bei den Dienstleistungen sowohl die Einnahmen (- 5 Prozent) als auch die Ausgaben (- 14 Prozent). Im Aussenhandel resultierte damit ein Überschuss von 16 Milliarden Fr. wie im Vorjahresquartal. Unverändert blieb auch der Überschuss von 10 Milliarden Fr. bei den Kapitaleinkommen. Der Ertragsbilanzüberschuss von 19 Milliarden Fr. blieb ebenfalls gleich. Den Kapitalverkehr prägten im vierten Quartal hohe Exporte bei den Direktinvestionen und Importe bei den Portfolioinvestitionen. Bei den Direktinvestitionen flossen netto 30 Milliarden Fr. ins Ausland nach 5 Milliarden im Vorjahresquartal. Die SNB führt das auf den konzerninternen Kreditverkehr zurück. Bei den Portfolioinvestitionen gab es netto Importe von 19 Milliarden Franken, nachdem im vierten Quartal 2009 noch ein Export von 11 Milliarden resultiert hatte. Die Geschäftsbanken bauten Verpflichtungen ab. So flossen 9 Milliarden Fr. ins Ausland, nachdem vor Jahresfrist noch 22 Milliarden importiert worden waren. Im Gegensatz zu den Vorquartalen hatten Nationalbank- Transaktionen nur noch einen geringen Einfluss. Insgesamt belief sich der Nettokapitalexport auf 27 Milliarden Fr. nach 1 Milliarden im Vorjahresquartal. Die Zahlungsbilanz zeigt die Geldströme auf, die über die Grenzen fliessen. Waren, Dienstleistungen, Kapital- und Arbeitseinkommen sowie unentgeltliche Übertragungen bilden zusammen die Ertragsbilanz. Die Kapitalverkehrsbilanz ist quasi ihr Gegenstück und zeigt, wie diese Gelder angelegt wurden. Beide Bilanzen zusammen bilden die Zahlungsbilanz.

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