Sarkozy wendet sich «an alle, die ihr Vaterland lieben»

Kaum ist der erste Wahlgang vorbei, beginnt in Frankreich der Kampf um die Stichwahl: Der zunächst unterlegene Nicolas Sarkozy macht dabei deutlich, in welchem Lager er die fehlenden Stimmen holen will.

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Unmittelbar nach Ende des ersten Wahlgangs haben Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und sein sozialistischer Herausforderer Francois Hollande den Kampf um die Stimmen der unterlegenen Kandidaten aufgenommen.

Sarkozy umwarb am Sonntagabend in Paris die Unterstützer des rechtsextremistischen Front National, dessen Kandidatin Marine Le Pen ein Rekordergebnis von fast 19 Prozent im ersten Wahlgang erzielt hatte. «Ich rufe alle, die ihr Vaterland lieben auf, mich zu wählen», appellierte Sarkozy an das nationalistische Lager.

Annäherung an Rechtsaussen-Partei

Auch inhaltlich ging er erneut auf die Rechtsaussen-Partei zu: Er kündigte an, die Grenzkontrollen zu verschärfen und die Zuwanderung weiter zu begrenzen. Hollande forderte er auf, sich drei TV-Debatten zu stellen, statt der üblichen einen.

«Alles muss debattiert werden, ohne Scheinheiligkeit, ohne Ausweichen, ohne Verstecken.» Hollande erklärte sich zum Favoriten für die Stichwahl. Er sei in der besten Situation, die entscheidende Runde zu gewinnen, sagte er vor Anhängern.

Hollande kündigte an, «Europa zurück auf den Pfad von Beschäftigung und Wachstum zu führen». Er sei sich bewusst, dass er aus dem Ausland scharf beobachtet werde, sagte Hollande, der angekündigt hatte, bei einem Sieg den Europäischen Fiskalpakt nachzuverhandeln.

Mélenchon und Joly für Hollande

Umfragen vom Wahlabend sehen Hollande als klaren Sieger der Stichwahl in zwei Wochen. Nach Untersuchungen verschiedener Institute kann er mit 53 bis 56 Prozent der Stimmen rechnen. Wichtige Unterstützung erhielt Hollande schon Stunden nach Schliessung der Wahllokale vom Viertplatzierten Jean-Luc Mélenchon.

Zwar vermied der Kandidat von Linkspartei und Kommunisten es, Hollande explizit zu nennen. Gleichwohl rief er seine Anhänger indirekt dazu auf, ihn in der zweiten Runde am 6. Mai zu wählen.

«Wir müssen die einzige Möglichkeit nutzen, die der Wahlzettel noch bietet. Gibt es einen anderen? Ich will Sarkozy schlagen», sagte der ehemalige sozialistische Senator. Auch Grünen-Kandidatin Eva Jolie, die 2,3 Prozent Prozent erhielt, warb für Hollande.

99 Prozent der Stimmen ausgezählt

Nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen hat Hollande die erste Wahlrunde am Sonntagabend mit 28,63 Prozent gewonnen. Sarkozy kam auf 27,08 Prozent. Auf Platz drei landete Le Pen mit 18,01 Prozent - dies ist deutlich weniger als in den Hochrechnungen vom Sonntag, die teilweise einen FN-Wähleranteil von 20 Prozent ergaben.

Mélenchon erreichte 11,13 Prozent. Der Zentrist Francois Bayrou kam gemäss Angaben des Innenministeriums auf 9,11 Prozent der Stimmen

mrs/sda

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