«Amazon-Effekt» dämpft laut SNB die Teuerung

Im Detailhandel reagieren Preise schneller als früher auf wirtschaftliche Schocks wie sich ändernde Wechselkurse.

Der Onlinehandel verstärkt den Wettbewerb und erhöht die Transparenz für die Konsumenten. Angestellte arbeiten im Amazon-Verteilzentrum in Dortmund. (8. November 2018) Bild: Ina Fassbender/dpa/apf

Der Onlinehandel verstärkt den Wettbewerb und erhöht die Transparenz für die Konsumenten. Angestellte arbeiten im Amazon-Verteilzentrum in Dortmund. (8. November 2018) Bild: Ina Fassbender/dpa/apf

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wechselkursveränderungen könnten sich laut SNB-Direktorin Andréa Maechler künftig schneller in der Inflation niederschlagen als bislang. In den letzten Jahren sei weltweit, aber auch in der Schweiz, ein Trend zu schnelleren Preisanpassungen zu beobachten gewesen.

Die Digitalisierung habe im Detailhandel dazu geführt, dass die Preise schneller auf wirtschaftliche Schocks wie eine starke Wechselkursaufwertung reagierten, sagte Maechler am Donnerstag an einem Geldmarkt-Apéro laut Redetext.

Die Schweizerische Nationalbank analysiere daher die Auswirkungen der Digitalisierung genau, um deren Einfluss auf die Inflation besser zu ergründen und in der Lage zu sein, angemessen zu reagieren.

Teuerung bleibt moderat

Die Digitalisierung beeinflusst die Preisentwicklung nicht nur über die schnelleren Anpassungen, wie die SNB-Direktorin ausführte. Denn der Onlinehandel verstärke den Wettbewerb und erhöhe die Transparenz für die Konsumenten. Dieser «Amazon-Effekt» dürfte die Inflation zumindest vorübergehend senken, sagte Maechler.

Dieser Effekt dürfte laut Maechler neben anderen Faktoren dazu geführt haben, dass die Teuerung von Schweizer Waren und Dienstleistungen trotz einer soliden Wirtschaftsdynamik und einer kontinuierlichen Verbesserung des Arbeitsmarktes moderat geblieben sei.

(oli/sda)

Erstellt: 08.11.2018, 19:31 Uhr

Artikel zum Thema

SNB-Direktor: «Haben bei neuer Krise noch Handlungsspielraum»

Fritz Zurbrügg will die aktuelle Geldpolitik der Nationalbank weiterführen. Der Schweizer Franken soll für Investoren unattraktiv sein. Mehr...

Das Preisniveau steigt an – zur Freude der Notenbanken

Nach Jahren mit negativer Teuerung rücken die Inflationsziele der Währungshüter näher. Die Frage ist, wie weit diese Entwicklung noch geht. Mehr...

Schweizer Wirtschafts-Boom: Gibts jetzt mehr Lohn?

Hohes Wachstum und tiefe Arbeitslosigkeit müssten den Salären helfen. Mehr...

Abo

Immer die Region zuerst. Im Digital-Light Abo.

Das Thuner Tagblatt digital im Web oder auf dem Smartphone nutzen. Für nur CHF 17.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Spielen Patent Ochnser am Gurtenfestival 2019?

Michèle & Friends Wie hiess das früher? Der Ü-40-Gedächtnistest

Die Welt in Bildern

Besuch aus der Heimat: Die Schweizergardisten im Vatikan stehen stramm, denn Bundesrat Alain Berset ist auf Visite. (12. November 2018)
(Bild: Peter Klaunzer) Mehr...