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Asien top, Europa Flop

Der internationale Airlineverband IATA prognostiziert steigende Zahlen bei den Fluggesellschaften. Die weltweiten Unterschiede sind jedoch gewaltig.

Nicht alle Airlines heben heuer mit Leichtigkeit ab: A380 der australischen Fluggesellschaft Qantas.
Nicht alle Airlines heben heuer mit Leichtigkeit ab: A380 der australischen Fluggesellschaft Qantas.
Keystone

IATA erwartet, dass Fluggesellschaften in aller Welt in diesem Jahr unter dem Strich 10,6 Milliarden Dollar Gewinn einfliegen. Das sind 2,2 Milliarden mehr als bei bisherigen Schätzungen. «Vor dem Hintergrund verbesserter Aussichten für die Weltwirtschaft ist die Passagiernachfrage stark und die Frachtgeschäfte beginnen wieder zuzulegen», erläuterte IATA-Chef Tony Tyler am Mittwoch in Genf. 2012 flogen die Fluggesellschaften weltweit einen Überschuss von 7,6 Milliarden Dollar ein.

Auch in Europa, wo Gesellschaften von Air France-KLM bis Air Berlin gegen Verluste ankämpfen, erwartet die IATA für die Branche nun einen Nettogewinn von 800 Millionen Dollar. Bislang war der Verband lediglich von einem Ergebnis an der Nulllinie ausgegangen.

Auch Luftfracht legt zu

«Die Gewinne der Branche unternehmen einen kleinen Schritt in die richtige Richtung», sagte Tyler. Die Ticketnachfrage sei trotz der unklaren Wirtschaftsaussichten stark, und das Frachtgeschäft habe wieder zu wachsen begonnen.

Nach zwei Jahren Rückgang dürfte die Nachfrage bei der Luftfracht wieder um 2,7 Prozent wachsen. Das Passagiergeschäft werde gar um 5,4 Prozent steigen und damit praktisch gleich stark wie im vergangenen Jahr zulegen ( 5,3 Prozent).

671 Milliarden Dollar Umsatz

Tyler rechnet zwar mit einem grösseren Kostenanstieg als bislang, vor allem durch hohe Treibstoffpreise. Die Umsätze der Branche dürften allerdings noch stärker auf 671 Milliarden Dollar zulegen und den Kostenanstieg mehr als ausgleichen. Bisher war die IATA von einem Umsatz von 659 Milliarden Dollar ausgegangen.

Damit würde sich die Gewinnspanne von 1,3 Prozent auf 1,6 Prozent verbessern. Doch auch so bleibe nur «ein sehr kleiner Puffer zwischen Gewinn und Verlust», kritisierte Tyler.

Kaum Marge in Europa

Besonders in Europa haben die Fluglinien weiter zu kämpfen. Selbst die erhöhte Gewinnerwartung für 2013 entspreche nur einer Gewinnspanne von 0,4 Prozent, betont die IATA.

Das Geschäft läuft dabei höchst unterschiedlich: Während Flugverbindungen in Schwellenländer gefragt seien, litten die Gesellschaften auf den Strecken innerhalb Europas unter dem Wirtschaftsabschwung, hiess es.

Schwarze Zahlen in Afrika

Lufthansa und Air Berlin streichen ihr Angebot bereits zusammen. Auch andere Gesellschaften gehen auf Schrumpfkurs, während Billigflieger wie Ryanair weiter auf Wachstum setzen.

Den Löwenanteil des Branchengewinns erwartet die IATA 2013 erneut aus der Asien-Pazifik-Region. Auf dem stark wachsenden Luftfahrtmarkt dürften die dortigen Gesellschaften einen Profit von 4,2 Milliarden Dollar einfliegen nach 3,9 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr.

In Nordamerika, wo die Branche durch Insolvenzen und Fusionen geschrumpft ist, erwartet die IATA nun einen Profit von 3,6 Milliarden Dollar (2012: 2,3). Auch in Afrika, Nahost und Lateinamerika rechnet der Verband mit schwarzen Zahlen.

SDA/cpm

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