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Aufschwung: Wo es 2011 mehr Lohn gibt

2011 wollen die Arbeitgeber die Löhne um bis zu 2,5 Prozent erhöhen. Doch, wie eine aktuelle Umfrage zeigt, sind die Unterschiede von Branche zu Branche sehr gross.

2011 wollen die Arbeitgeber die Löhne um bis zu 2,4 Prozent erhöhen. Doch die Unterschiede sind von Branche zu Branche sehr gross. Dies zeigt eine Umfrage des Online-Handelsregisterdienstes Moneyhouse, die der Zeitung «Der Sonntag» vorliegt.

Befragt wurden 894 kleineren und grösseren Unternehmen. Obenaus schwingt das Baugewerbe mit einem Plus von 2,4 Prozent. Im Bauboom sind Lüftungstechniker und Sanitäre Mangelware. Auch die Angestellten im Gesundheitswesen (+2,1 Prozent) sowie die Banker und Versicherer (+1,9 Prozent) dürfen am Ende des Monats mehr Geld erwarten. Dahinter folgen die Informatiker (+1,8 Prozent), Die Chemie- und Pharma-Angestellten (+1,6 Prozent) und der Grosshandel (+1,5 Prozent). Die Verlags- und Druckbranche hinken hinterher mit. Nullrunden wie in der Textil- und Bekleidungsindustrie, die mit gestiegenen Rohwarenpreisen und starker Konkurrenz zu kämpfen haben, sollen in den laufenden Verhandlungen die Ausnahme bleiben.

Gewerkschaften fordern Teuerungsausgleich

Die Gewerkschaften fühlen sich von der Umfrage in ihren Forderungen bestärkt. Diese gehen darüber hinaus: Sogar bei Firmen, die Personal entliessen, drängen sie zumindest auf den Teuerungsausgleich. Bei den gut laufenden Firmen wollen die Gewerkschaften mehr. Barbara Gisi vom Kaufmännischen Verband Schweiz verlangt etwa von den Banken und Versicherungen bis zu 4 Prozent mehr Lohn.

Die Gewerkschaften stützen sich bei ihrer Argumentation auf Wirtschaftsprognosen. So rechnet die Konjunkturforschungsstelle der ETH für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent, für nächstes Jahr mit immerhin noch 1,8 Prozent. Andreas Rieger, Co-Präsident der Unia, der grössten Schweizer Gewerkschaft mit 200'000 Mitgliedern, sieht laut der Zeitung «Der Sonntag» in den Umfrageresultaten ein klares Zeichen dafür, «dass dieses Jahr keine Nullrunden angesagt sind.»

Daum warnt vor Euphorie

Thomas Daum, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes warnt vor zu grosser Euphorie beim Personal, sagt aber: «Das breite Spektrum von Lohnerhöhungen zeigt, wie unterschiedlich einzelne Firmen in die Zukunft blicken.»

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