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Das Wallis als touristisches Schlusslicht

Der Schweizer Tourismus erholt sich, die Übernachtungszahlen nehmen deutlich zu. Im August verzeichnete das Wallis jedoch als einzige Region ein Minus. Was sind die Gründe?

Wallis im Hintertreffen: Das Matterhorn oberhalb von Zermatt. (23. Juli 2013)
Wallis im Hintertreffen: Das Matterhorn oberhalb von Zermatt. (23. Juli 2013)
Arno Balzarini, Keystone

Die Talsohle ist offenbar durchschritten: Im August stieg die Anzahl Logiernächte in der Schweiz auf 4,2 Millionen, was einem Plus von 7,6 Prozent entspricht. Dies vermeldete das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag. Besonders erfreulich: 12 von 13 Tourismusregionen verzeichneten ein Logiernächte-Plus – in absoluten Zahlen profitierte das Berner Oberland am stärksten mit 55'000 mehr als im Vorjahresmonat.

Doch ein Tourismusgebiet hinkt hinterher: Das Wallis verlor im August 2013 als einzige Region an Hotelübernachtungen, und zwar 9100 (–1,9 Prozent). Aus fast allen Herkunftsländern kommen weniger Gäste. Auch auf das gesamte bisherige Jahr bezogen steckt der Walliser Tourismus im Logiernächte-Minus: Von Januar bis und mit August beträgt dieses 1,6 Prozent.

Kommunikation verbessern

Bei der Tourismusorganisation Wallis Promotion bezeichnet man das Resultat als «sehr enttäuschend». «Wir können selbstverständlich mit diesen Zahlen nicht zufrieden sein», sagte Geschäftsführer Damian Constantin heute gegenüber dem «Walliser Boten». Das Wallis müsse sich wesentlichen Veränderungen stellen. Constantin sieht vor allem bei der Kommunikation und der «integrierten Angebotsgestaltung» Verbesserungspotenzial und will in den nächsten Monaten darauf fokussieren. Hier müsse sich das Wallis künftig professioneller und mit klaren Botschaften positionieren.

Art Furrer, der auf der Riederalp vier Hotels betreibt, sieht die Hauptschuld an der Misere bei den Wallisern selbst, wie er gegenüber «20 Minuten» sagt. Zum einen ist Furrer der Ansicht, man habe Sympathien bei den inländischen Gästen verspielt, als es um die Zweitwohnungsinitiative und die Abschussfreigabe des Wolfs ging. Zum anderen sei der Walliser Tourismus total verpolitisiert. Man solle die Hoteliers machen lassen, damit es wieder aufwärtsgehe.

Ein Hoffnungsschimmer könnte die Wiederaufnahme von Linienflügen am Flughafen Sitten sein: Laut Bernard Karrer, Direktor des Sion International Airport, könnten dort ab Ende 2014 wieder gewerbemässige Flüge stattfinden – dies, nachdem es bereits von 1996 bis 2005 sowie von 2008 bis 2012 Linienverkehr gegeben hat. Unter anderem bot die britische Fluggesellschaft «Titan Airways» mit ihrer Tochtergesellschaft «Snow jet» im Winter Flüge von London nach Sitten an.

Laut Karrer ist Air Berlin sehr interessiert an Flügen ins Wallis, wie er gegenüber dem Internetportal «Aerotelegraph» sagt. Als mögliche Destinationen nennt er Hamburg und Berlin. Im September landete in Sion im Rahmen eines Testflugs erstmals ein Airbus A320 von Belair, die zur Air-Berlin-Gruppe gehört. In einigen Jahren könnte zudem Easyjet den Flughafen Sitten im Winter anfliegen. Woher, wird jedoch nicht erwähnt.

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