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Der teuerste Bankrott aller Zeiten

Der bislang teuerste Staatsbankrott der Geschichte zwang Ende 2001 Argentinien in die Knie. Die argentinische Pleite weist erstaunliche Parallelen zur aktuellen Krise in Griechenland auf.

Arbeitslose in Rage: Ein Supermarkt wird in Buenos Aires geplündert, 19. Dezember 2001.
Arbeitslose in Rage: Ein Supermarkt wird in Buenos Aires geplündert, 19. Dezember 2001.
Keystone

90 Milliarden Dollar konnte die Regierung in Buenos Aires damals nicht zurückzahlen. Die Parallelen zur aktuellen Krise in Griechenland sind frappant. In beiden Fällen handelt es sich um hoffnungslos überschuldete Länder, die ihre währungspolitische Souveränität aufgegeben haben. Anders als Argentinien dürfte Griechenland als Teil einer Währungsunion jedoch am Kollaps vorbeischrammen.

Die griechischen Staatsschulden werden auf 300 Milliarden Euro beziffert - das sind mehr, als die gesamte Wirtschaft des Landes in einem Jahr produziert. Weil Griechenland Teil des Euro-Raums ist, kann die Regierung in Athen die Krise nicht durch ein Abwerten der Währung entschärfen. Ähnlich erging es Argentinien, das von 1989 bis zum Zusammenbruch 2001 die Landeswährung Peso an den Dollar gekoppelt hatte.

Argentinische Produkte verteuerten sich

Mit dem fixen Wechselkurs bekämpfte Argentinien in den 90er Jahren erfolgreich seine Rekord-Inflation, allerdings führte die Bindung an den starken Dollar zu einer Überbewertung des Peso. Argentinische Produkte auf dem Weltmarkt verteuerten sich, das Land führte deutlich mehr Waren ein - und glich den Fehlbetrag in der Handelsbilanz durch Neuverschuldung aus. Dabei war Argentinien wie Griechenland heute bei der Beschaffung frischen Geldes den Finanzmärkten ausgeliefert und wurde durch immer höhere Zinsen erdrückt.

Der Euro ist ein Handicap für Griechenland, weil er nicht der realen Leistungskraft der griechischen Wirtschaft entspricht. Zugleich ist die Gemeinschaftswährung aber auch die grosse Chance für Athen. Denn anders als einst Argentinien kann die griechische Regierung auf die Hilfe von Partnerländern zählen. "Das griechische Problem ist ein europäisches Problem", sagt Daniel Heymann von der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik. Ein Staatsbankrott in Athen berge ein zu grosses Risiko für die gesamte Euro-Zone, als dass die anderen Regierungen Griechenland fallen lassen würden.

Schwere Unruhen

Die Zahlungsunfähigkeit in Argentinien löste schwere Unruhen aus. Supermärkte wurden geplündert, mehrere Demonstranten getötet. In den Wochen um den Jahreswechsel 2001/2002 lösten sich insgesamt fünf Präsidenten ab. Argentinien gab die Dollar-Bindung schliesslich auf und wertete den Peso um 65 Prozent ab. Griechenland dürfte als Mitglied der Währungsunion das Schlimmste erspart bleiben. Im Kampf gegen die Überschuldung hat Athen allerdings nur die Möglichkeit, die Finanzen durch ein striktes Sparprogramm zu sanieren - und muss dabei auf Milliardenhilfe von den europäischen Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) hoffen.

AFP/bru

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