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Die 100-Millionen-Villa und der neue Klassenkampf

Erstmals wurde in Kalifornien eine private Villa für mehr als 100 Millionen Dollar verkauft. Es ist Symbol einer Entwicklung, die selbst konservativen Intellektuellen Sorgen bereitet.

Als gegen Ende der Achtzigerjahre der japanische Immobilienboom seinen Höhepunkt erreichte, wurde die Dimension dieses Wahnsinns gerne mit folgendem Beispiel illustriert: Das Gelände des kaiserlichen Palasts in Tokio soll damals mehr wert gewesen sein als alles Bauland von Kalifornien zusammengenommen. Heute findet der Wahnsinn am anderen Ufer des Pazifiks statt. Der russische Milliardär Yuri Milner hat im Silicon Valley ein Haus für 100 Millionen Dollar gekauft. Gemäss «Wall Street Journal» ist das der höchste bekannte Preis, der je für ein Privathaus bezahlt wurde.

Die Villa befindet sich in Los Altos im Silicon Valley in der Nähe von San Francisco. Sie ist im Stil eines französischen Schlosses gebaut und steht auf einem rund 8000 Quadratmeter grossen Gelände. Milner, 47, hat theoretische Physik studiert und danach einen Managementabschluss an der renommierten Wharton School of Business erworben. Er ist ein bekannter Investor in der IT-Branche. Unter anderem ist er mit 200 Millionen Dollar an Facebook beteiligt. Seine Villa in Los Altos ist nur seine Zweitresidenz. Meist wohnt Milner zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Moskau.

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