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Die EZB diskutiert geheime Zinsziele

Italien und Spanien dürfen darauf hoffen, dass die Europäische Zentralbank schon bald Staatsanleihen aufkauft. Offenbar steht nun aber nicht mehr eine öffentlich bekannte Zinsobergrenze im Vordergrund.

Wollen am 6. September über die Massnahmen für Spanien und Italien entscheiden: Die Notenbankchefs der Euroländer bei einer Sitzung des Rats der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. (Archivbild Keystone)
Wollen am 6. September über die Massnahmen für Spanien und Italien entscheiden: Die Notenbankchefs der Euroländer bei einer Sitzung des Rats der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. (Archivbild Keystone)

In Kürze muss die Europäische Zentralbank (EZB) entscheiden, ob und wie sie Spanien und Italien unter die Arme greifen will. In Aussicht gestellt hat EZB-Präsident Mario Draghi den beiden angeschlagenen Euroländern den Aufkauf von Staatsanleihen, um damit deren Zinsen im Zaum zu halten. Während die Massnahme unter den Notenbankchefs der Euroländer nicht mehr umstritten scheint, sind sich diese über die Art und Weise der Intervention offenbar noch nicht einig. Wie die «Welt» unter Berufung auf mit der Diskussion vertraute Personen berichtet, sollen die Notenbanker nun eine neue Variante diskutieren – die einer geheimen Zinsobergrenze.

Anders als eine öffentliche Zinsobergrenze müsste ein geheimes Zinsziel nicht an jedem Tag mit allen Mitteln verteidigt werden. Kurzfristige Überschreitungen der Schwellenwerte könnte die Nationalbank dulden – und erst reagieren, wenn die Zinsziele ernsthaft in Gefahr sind.

Informationsleck könnte Geheimhaltung gefährden

Laut der «Welt» ist aber auch diese Variante umstritten: Ein Informationsleck könnte die geheime Limite schnell zur offiziellen Zinsobergrenze werden lassen. Damit kämen die Befürchtungen der Skeptiker wieder zum Tragen, dass die EZB enorm hohe Mittel einsetzen muss, um das Zinsziel zu verteidigen – ähnlich wie dies der Schweizer Nationalbank derzeit mit der Verteidigung der Wechselkurslimite ergeht.

Noch völlig offen soll laut der «Welt» die Frage sein, ob eine Bandbreite oder eine Obergrenze festgelegt wird. Einige Notenbankchefs würden bei der Wahl einer Bandbreite einen Vorteil darin sehen, dass andere Faktoren wie das allgemeine Zinsniveau oder Inflationsängste ausgeklammert werden könnten.

Über die Art und Weise der Hilfe werden die Notenbankchefs voraussichtlich an der Sitzung des Rats der Europäischen Zentralbank am 6. September entscheiden.

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