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«Drohen wollte ich in keiner Weise»

Nach der Annahme der Minder-Initiative warnte Economiesuisse-Präsident Rudolf Wehrli vor einer Abwanderung von Unternehmen, nannte aber keine Namen. Nun kommt er nochmals auf das Thema zurück.

«Ich habe solche Hinweise erhalten, aber dieses Gespräch habe ich natürlich vertraulich geführt»: Economiesuisse-Präsident Rudolf Wehrli zu den drohenden Abwanderungen.
«Ich habe solche Hinweise erhalten, aber dieses Gespräch habe ich natürlich vertraulich geführt»: Economiesuisse-Präsident Rudolf Wehrli zu den drohenden Abwanderungen.
Keystone

Vor zwei Wochen war Economiesuisse-Präsident Rudolf Wehrli zu Gast in der Sendung «Rundschau» von SRF und sagte, er wisse von grossen Firmen, die eine Abwanderung aus der Schweiz ins Auge fassten. Viele Leser von Redaktion Tamedia reagierten irritiert auf diese Aussage. Eine Analyse mit dem Titel «Liefern Sie Namen, Herr Wehrli» zog knapp 250 Kommentare nach sich. In vielen davon wurde Kritik an Wehrli laut.

Heute nun kommt er in einem Interview mit der NZZ nochmals auf das Thema zurück: «Ich weiss, dass Unternehmen sich fürchten, eine zu strikte Regulierung könnte die Vorteile konterkarieren, die ihnen dieser Wirtschaftsstandort bietet», sagt er. Er sei besorgt, weil sich diese Firmen nun Gedanken um eine Abwanderung machten.

Bereits in der Rundschau erwähnte er, dass er solche Hinweise in Gesprächen mit Führungsspitzen internationaler Firmen erhalten habe. Doch auch auf wiederholtes Nachfragen wollte er nicht preisgeben, wer diese Firmen sind. Auch die NZZ fragte heute nochmals nach, und wieder blieb Wehrli unspezifisch: «Ich habe solche Hinweise erhalten, aber dieses Gespräch habe ich natürlich vertraulich geführt.»

«Die Wähler wollen uns zur Ordnung rufen»

Darauf angesprochen, ob seine Aussage nur eine leere Drohung sei, entgegnete Wehrli: «Drohen wollte ich in keiner Weise, sondern auf eine Gefahr aufmerksam machen.» Es gehe im Kern auch nicht darum, in welchen Unternehmen solche Szenarien geprüft würden, sondern warum dieses Risiko gewachsen sei.

Im deutlichen Wahlerfolg der Minder-Initiative sieht er ein klares Signal des Unbehagens an die Wirtschaft und die Politik. «Die Wähler wollen uns zur Ordnung rufen.» Dass ihm im Zusammenhang mit der Initiative vorgeworfen wurde, er sei der Totengräber der freien Marktwirtschaft, habe ihn besonders geschmerzt. «Denn wir als Wirtschaftsdachverband streben ja genau das Gegenteil an.» Dass das Debakel für ihn Konsequenzen haben könnte, schliesst Wehrli aus: «Ich stehe zu der Verantwortung, die ich übernommen habe.»

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