Kantone kommen auch mit gekürzten Kontingenten aus

2000 Drittstaaten-Fachkräfte weniger für die Schweiz. Das hatte der Bundesrat Ende des letzten Jahres beschlossen. Die Kantone kritisierten den Entscheid – offenbar voreilig.

Vor allem die IT-Branche fürchtet einen Fachkräftemangel: Informatiker der SBB.

Vor allem die IT-Branche fürchtet einen Fachkräftemangel: Informatiker der SBB.

(Bild: Keystone)

Anfangs Jahr hatte die Kantone beim Bundesrat protestiert: Der Bund hatte im Dezember beschlossen, das Kontingent für Fachkräfte aus Drittstaaten ausserhalb der EU zu kürzen. Nun zeigt sich, dass die Unternehmen nicht einmal die tieferen Kontingente ausschöpft. Dies berichtet «HeuteMorgen» von SRF.

Für den Januar zeigen Zahlen des Staatssekretariats für Migration sogar ein Rekordtief: In den letzten fünf Jahren wurden im ersten Monat des Jahres noch nie so wenig Bewilligungen für Fachkräfte aus Drittstaaten vergeben wie dieses Jahr.

Andreas Rickenbacher, der Präsident der kantonalen Volkswirtschaftsdirektorenkonferenz: «Die ersten Zahlen deuten darauf hin, dass es keinen Engpass an Fachkräften geben wird. Das kann auf die Frankenstärke zurückzuführen sein und darauf, dass dadurch weniger Projekte umgesetzt werden.»

Andere Lage in Basel-Stadt

Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann sieht die Entwicklung als zweischneidiges Schwert: «Auf der einen Seite ist das wünschenswert. Die Migration soll ja gedämpft werden. Auf der anderen Seite muss man sich fragen, was mit unserer Wirtschaft passiert und wie gut wir unterwegs sind.»

Tatsächlich ist die Lage auch nicht in allen Kantonen dieselbe: Basel-Stadt etwa hat seine kantonalen Kontingente jetzt schon aufgebraucht und setzt auf die Reserven, die der Bund noch vergibt. Doch damit könnten die Basler Unternehmen ihren Bedarf bis Ende Jahr wohl decken, heisst es im Basler Wirtschaftsdepartement.

kpn

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