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Pharma top, Tourismus Flop

Welche Branchen zahlen 2013 die grösste Lohnerhöhung? Die UBS hat die Unternehmen befragt. Fazit: Im Durchschnitt gibt es knapp ein Prozent mehr – die Unterschiede sind allerdings markant.

In der Schweiz müssen sich die Arbeitnehmenden für 2013 im Schnitt mit einer Erhöhung der Löhne um 0,8 Prozent begnügen. Dies zeigt eine Umfrage der Grossbank UBS. Angesichts des erwarteten Inflationsanstiegs bleibt real nur wenig mehr in der Tasche.

Die Ökonomen der UBS rechnen mit einer Teuerung von 0,6 Prozent. Real bleibt so 0,2 Prozent mehr Verdienst. Darin noch nicht eingerechnet sind allerdings steigende Gebühren und Krankenkassenprämien. Im laufenden Jahr blieb den Angestellten laut der Umfrage bei Lohnerhöhungen von rund 1 Prozent und einer Teuerung von -0,5 Prozent real 1,5 Prozent mehr.

Die Unterschiede der Lohnrunde 2013 sind je nach Branche beträchtlich. Die Angestellten im Tourismus stehen vor einer Nullrunde. Dies liege nicht nur an den Problemen der Branche wegen der Frankenstärke. Auch seien die Mindestlöhne im Gastgewerbe mit dem neuen Gesamtarbeitsvertrag 2012 bereits stark angehoben worden, schreibt die UBS im Communiqué vom Freitag.

Tief sind die Lohnerhöhungen mit 0,3 Prozent voraussichtlich auch bei den Konsumgüterfirmen. Nur knapp die Teuerung ausgleichen dürften die Branchen Elektro, Uhren, Medien, Detailhandel, Textil und auch Banken sowie Versicherungen (je 0,5 Prozent).

Dämpfend auf die Lohnerhöhungen wirkten neben branchenspezifischen Problemen die negative Teuerung im laufenden Jahr und die wachsende Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung vor allem in Europa, erklärte die UBS.

Chemie und Pharma an der Spitze

Am höchsten sind die Lohnerhöhungen voraussichtlich bei den Informatik- und Telekomdiensten mit 1,2 Prozent und in der Chemie- und Pharmabranche mit 1,3 Prozent.

Insgesamt dürfte die Erhöhung der Löhne dem Wachstum der Schweizer Wirtschaft hinterher hinken. Auch gemäss neuesten Prognosen erwarten die Ökonomen weiterhin eine robuste Zunahme des Bruttoinlandproduktes um real 1,2 bis 1,5 Prozent.

Die Binnenwirtschaft erfreue sich weiterhin einer sehr guten Verfassung und der Franken-Mindestkurs von 1,20 Euro habe den Exportfirmen etwas Luft verschafft, schreibt die UBS.

Gewerkschafter enttäuscht

Die in der Umfrage genannten Lohnerhöhungen seien enttäuschend, sagte Thomas Zimmermann, Sprecher des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), auf Anfrage. Angesichts des erwarteten Wirtschaftswachstums und des aufgelaufenen Nachholbedarfs gebe es Spielraum für Lohnerhöhungen zwischen 1,5 bis 2,5 Prozent.

Die Debatte über Negativteuerung werde missbraucht, um berechtigte Lohnforderungen abzuwehren. «Dies ist stossend, denn die negative Inflation war ein kurzfristiges Phänomen. Bereits in zwei Monaten ist wieder Teuerung angesagt», sagte Zimmermann. So würden die «mageren Nominallohnerhöhungen» fast vollständig aufgezehrt.

Thomas Daum, Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes sprach dagegen von einem erklärbaren und vernünftigen Resultat. Das breite Spektrum entspreche der unterschiedlichen Lage der Branchen und dem unsicheren Umfeld.

Verschiedene Wirtschaftszweige litten weiterhin unter der Franken- Überbewertung und einer nachlassenden internationalen Nachfrage. So stehe mit Deutschland auch der wichtigste Handelspartner vor einer Konjunkturabkühlung.

Geringe Einwanderungs-Effekte

Die Einwanderung infolge der Personenfreizügigkeit mit der EU dämpfe Entwicklung der tieferen Löhne nicht. Einzig bei höheren Löhnen gebe es vereinzelt Anzeichen für solche Effekte.

Laut der Umfrage haben zwar einzelne Unternehmen in letzter Zeit mehr Bewerbungen aus dem grenznahen Ausland oder auch aus Spanien und Portugal verzeichnet. Dies habe aber nicht im gleichen Masse zu mehr Anstellungen aus diesem Raum geführt.

Die UBS befragte für ihre Lohnstudie, welche sie seit 1989 jährlich durchführt, 378 Unternehmen sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände aus 22 Branchen.

SDA/mw

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