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Portugal beschafft sich Geld mit Zinsen an der «Schmerzgrenze»

In einer Auktion konnte Portugal mehr Staatsanleihen verkaufen als erwartet. Als Gegenleistung erhalten die Anleger eine aussergewöhnlich hohe Rendite.

Locken die Geldgeber mit einer Rendite von 6,25 Prozent: Präsident Jose Socrates (links) und Finanzminister Fernando Teixeira dos Santosl.
Locken die Geldgeber mit einer Rendite von 6,25 Prozent: Präsident Jose Socrates (links) und Finanzminister Fernando Teixeira dos Santosl.
Keystone

Bei einer mit Spannung erwarteten Auktion hat sich Portugal am Mittwoch zu vergleichsweise hohen Zinsen am Kapitalmarkt knapp 1,25 Milliarden Euro besorgen können. Damit erreichte das von einem hohen Staatsdefizit gebeutelte Land das angestrebte Anleihevolumen.

Allerdings musste Portugal den Anlegern hohe Renditen bieten. Für das bis Oktober 2014 laufende Papier wurden Zinsen von 5,4 Prozent fällig, für die bis 2020 laufende Anleihe mussten 6,7 Prozent offeriert werden. Damit fiel die Rendite bei der kürzer laufenden Anleihe höher, bei dem länger laufenden Papier jedoch etwas niedriger aus als zuletzt.

Zins der Schweiz bei 2,25 Prozent

Zum Vergleich: Bei der Aufstockung einer Anleihe der Schweizer Eidgenossenschaft mit einer fast zehnjährigen Lauffrist, die ebenfalls am Mittwoch stattfand, belief sich der Zins auf 2,25 Prozent. Die täglich von der Schweizerischen Nationalbank berechnete Durchschnittsrendite für zehnjährige Bundesobligationen lag gleichzeitig bei 1,70 Prozent (Kassazinssatz).

Die langlaufenden Anleihen Portugals dagegen rentierten im Sekundärmarkt weiter mit knapp unter sieben Prozent. Diese Marke hatte der portugiesische Finanzminister Fernando Teixeira dos Santos bereits vor Monaten als «Schmerzgrenze» für die Refinanzierung des Landes bezeichnet.

Lob aus Brüssel

EU-Währungskommissar Olli Rehn zeigte sich optimistisch, dass Portugal seine Finanzen in den Griff bekommt. «Portugal hat in letzter Zeit sehr mutige haushaltspolitische Massnahmen ergriffen», sagte Rehn am Mittwoch in Brüssel. «Portugal ist jetzt auf dem richtigen Weg.»

Auf den Finanzmärkten war befürchtet worden, dass die Finanzkrise um den Euro sich drastisch verschärfen würde, wenn Portugal für seine Anleihen keine Abnehmer gefunden hätte. Der Euro verlor am Mittwoch nach der Emission dennoch leicht an Wert.

Die Gemeinschaftswährung rutschte auf ein Tagestief von 1,2965 Dollar von knapp über 1,30 Dollar kurz vor Ende der Auktion. Gegenüber dem Schweizer Franken fiel der Euro von einem Tageshoch von 1,2692 Fr. zwischenzeitlich auf einen Kurs von unter 1,2600 Franken.

«Vom Volumen her waren die 1,25 Milliarden Euro ein Kleckerbetrag, so dass es niemanden ernsthaft erstaunt haben dürfte, dass die Emission gut gelaufen ist, zumal auch China, Japan und Brasilien sich beteiligt haben», kommentierte der Fondsberater Thilo Müller von MB Fund Advisory in Frankfurt.

SDA/mrs

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