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Schweiz erzielt massiven Leistungsbilanzüberschuss

Im ersten Quartal sorgten vor allem Exporte von Pharmaprodukten und Uhren für den Überschuss in zweistelliger Milliardenhöhe.

Massiv höher als im Vorjahr: Ausschlaggebend für den Überschuss ist auch der Uhrenexport.
Massiv höher als im Vorjahr: Ausschlaggebend für den Überschuss ist auch der Uhrenexport.
Stefan Meyer, Keystone

Die Schweizer Volkswirtschaft hat im ersten Quartal 2018 einen hohen Überschuss erzielt. Sie hat insgesamt 18,1 Milliarden Franken mehr eingenommen als ausgegeben, womit der sogenannte Leistungsbilanzüberschuss um rund 5 Milliarden höher ausfiel als im entsprechenden Vorjahresquartal.

Ausschlaggebend für die Zunahme waren laut Mitteilung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom Montag zum einen höhere Einnahmen aus Warenexporten, wobei dies hauptsächlich im Bereich der chemisch-pharmazeutischen Produkte und der Uhren der Fall war. Zudem gab es einen deutlich höheren Einnahmenüberschuss aus dem Handel mit Gold (zu nicht monetären Zwecken), und auch die Nettoeinnahmen aus dem Transithandel fielen etwas höher aus. Die Salden der Dienste sowie der Primär- und Sekundäreinkommen blieben derweil mehr oder weniger stabil.

Grosses Minus bei Sekundäreinkommen ist typisch

Die gesamten Einnahmen erreichten im Berichtszeitraum von Januar bis März 2018 148,6 Milliarden Franken und standen Ausgaben in Höhe von 130,4 Milliarden gegenüber. Der Saldo aus Waren und Dienstleistungen betrug 20,0 Milliarden, derjenige aus den Primäreinkommen (Arbeits- und Kapitaleinkommen) 0,4 Milliarden und derjenige aus den Sekundäreinkommen (laufende Übertragungen) –2,3 Milliarden.

In der Leistungsbilanz werden alle Einnahmen und Ausgaben einer Volkswirtschaft erfasst, wobei neben dem reinen Warenhandel auch der Handel mit Dienstleistungen (Tourismus etc.) sowie Arbeits- und Kapitaleinkommen sowie laufende Übertragungen dazu gezählt werden. Das grosse Minus bei den Sekundäreinkommen ist typisch für die Schweiz und ist vor allem mit Geldübertragungen von ausländischen Personen in deren Heimatländer zu erklären.

Die Leistungsbilanz ergibt zusammen mit der Kapitalbilanz die sogenannte Zahlungsbilanz. Diese umfasst alle grenzüberschreitenden Transaktionen der Schweiz mit dem Ausland. Während die Leistungsbilanz also vor allem den Austausch von Waren und Dienstleistungen umfasst, sind bei der Kapitalbilanz die Kapitaltransaktionen enthalten.

Kapitalbilanz von US-Steuerreform beeinflusst

Die in der Kapitalbilanz ausgewiesenen Transaktionen verzeichneten im Berichtsquartal laut SNB sowohl für die Aktivseite (14 Mrd Fr.) als auch für die Passivseite (27 Mrd Fr.) einen Nettoabbau. Dieser war von Transaktionen ausländisch beherrschter Finanz- und Holdinggesellschaften geprägt, die aufgrund der Steuerreform von US-Präsident Donald Trump ihre Bilanzen verkürzten.

Auf der Aktivseite bauten sie vor allem Kredite gegenüber dem Ausland ab, auf der Passivseite zogen Muttergesellschaften im Ausland aus diesen Unternehmen in der Schweiz Beteiligungskapital ab. Da der Nettoabbau insgesamt auf der Passivseite höher ausfiel als auf der Aktivseite, wies die Kapitalbilanz unter Berücksichtigung der Derivate einen positiven Saldo von 12 Milliarden aus.

Auslandvermögen gesunken

Bei den Auslandvermögen sanken die Bestände sowohl auf der Aktivseite als auch auf der Passivseite: Die Aktiven gingen um 35 Milliarden auf 4733 Milliarden Franken, die Passiven um 60 Milliarden auf 3861 Milliarden Franken zurück. Für diese Entwicklung waren neben dem in der Kapitalbilanz ausgewiesenen Nettoabbau laut SNB vor allem Bewertungsverluste ausschlaggebend.

Diese seien auf der Aktivseite einerseits auf den schwächeren Wechselkurs des US-Dollars, andererseits auf die rückläufigen Kurse an den ausländischen Börsen zurückzuführen. Die Bewertungsverluste auf der Passivseite hätten derweil nahezu ausschliesslich aus den deutlich tieferen Aktienpreisen an der Schweizer Börse resultiert. Da der Rückgang des Bestandes auf der Passivseite höher war als auf der Aktivseite, nahm das Nettoauslandvermögen um 25 Milliarden auf 872 Milliarden Franken zu.

SDA/sep

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