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Schweizer Exporte schwächeln auf breiter Front

Schweizer Importe wie auch Exporte waren im April rückläufig. Den stärksten Exportrückgang wies mit 13 Prozent die Pharmaindustrie auf.

Emsiger Betrieb: Mitarbeiter des Postzollamts Zürich kontrollieren Importwaren. (Archivbild)
Emsiger Betrieb: Mitarbeiter des Postzollamts Zürich kontrollieren Importwaren. (Archivbild)
Alessandro Della Valle, Keystone

Der Aussenhandel der Schweiz, insbesondere mit ihren Nachbarländern, hat sich im April auf breiter Front eingetrübt. Die Exporte und Importe waren hier stark rückläufig. Drei Viertel der Exportbranchen kämpfen mit einer geringeren Nachfrage aus dem Ausland.

Im April gingen die Ausfuhren der Schweiz insgesamt um 5,1 Prozent auf 16,3 Milliarden Franken zurück. Die Einfuhren sanken um 8,1 Prozent auf 13,4 Milliarden Franken. Damit waren Exporte und Importe zum dritten Mal in Folge rückläufig, wie die Eidgenössische Zollverwaltung und das Eidgenössische Finanzdepartement mitteilen.

Lediglich drei der zehn wichtigsten Exportbranchen steigerten im April ihren Auslandsabsatz. Zulegen konnten dabei Bijouterie und Juwelierwaren sowie die beiden kleinsten Exportbranchen Textilien und Schuhe sowie Präzisionsinstrumente.

Grösste Branche mit stärkstem Minus

Für einmal wies die umsatzstärkste Branche, die chemisch-pharmazeutische Industrie, den stärksten Exportrückgang aus. Sie exportierte rund 13 Prozent weniger als noch vor Jahresfrist. Die Abnahme rührte vor allem von deutlich niedrigen Ausfuhren von pharmazeutischen Wirkstoffen sowie Medikamenten her.

Ebenfalls zweistellig fiel der Exportrückgang bei der Kunststoffindustrie aus (–11 Prozent). Markante Exportrückgänge von 8 respektive 7 Prozent mussten die Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie die Papier- und grafische Industrie hinnehmen.

Auch die zweitgrösste Branche, die Maschinen- und Elektronikindustrie, exportierte 2 Prozent weniger. Die Entwicklung innerhalb der Branche zeigt aber eine grosse Spannweite: Bei den Textilmaschinen sanken die Exporte um fast ein Drittel und bei den Werkzeugmaschinen legte sie um 20 Prozent zu.

Für einmal glänzte selbst die Uhrenindustrie nicht: Die Ausfuhren lagen mit einem Wert von 1,8 Milliarden Franken und einem Minus von 1 Prozent knapp unter dem Vorjahresniveau. Die positive Entwicklung im März wurde dadurch teilweise ausgeglichen, wie der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) feststellte. Für die ersten vier Monate des laufenden Jahres resultiert dennoch ein Plus von gut 2 Prozent.

Geringerer Handel mit Nachbarländern

Geografisch entwickeln sich die Exporte gegenläufig. Rückgänge gab es bei den Exporten nach Afrika (–31 Prozent), Nordamerika (–4 Prozent) und nach Europa (–8 Prozent).

Im wichtigen europäischen Handel brachen, wohl aufgrund der Frankenstärke, die Exporte insbesondere in die Nachbarländer Österreich (–35 Prozent), Italien (–17 Prozent), Deutschland (–13 Prozent) und Frankreich (–4 Prozent) zum Teil ausserordentlich stark ein.

Um zwei Drittel legten hingegen die Ausfuhren nach Irland zu und jene nach Ungarn um zwei Fünftel. Wobei der Handel mit Irland, bei dem es sich vor allem um Pharmawirkstoffe handelt, stets starken Schwankungen unterliegt.

In Asien und Lateinamerika steigerte sich der Absatz von Schweizer Produkten um 4 beziehungsweise 5 Prozent. Das Plus in Asien ist dabei mehrheitlich auf den chinesischen Markt zurückzuführen (+22 Prozent). Verantwortlich dafür könnte das seit Juli vergangenen Jahres bestehende Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China sein.

SDA/pst

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