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Weltwirtschaft für Dummies

Krisenangst, steigende Börsenkurse, Streit unter Ökonomen – worum geht es? Zehn Antworten auf die drängendesten Fragen zur Weltkonjunktur.

Bedroht von falscher Wirtschaftspolitik und Verschuldung: Ausbaden muss die Fehler der Mann von der Strasse.
Bedroht von falscher Wirtschaftspolitik und Verschuldung: Ausbaden muss die Fehler der Mann von der Strasse.
Pavel Constantin

1. Was soll das Gerede von einer neuen Krise?

Frühindikatoren in den am höchsten entwickelten Volkswirtschaften – vor allem in den USA, aber auch in China – verweisen auf eine erneute Abschwächung der Konjunktur. Was genau droht, darüber sind sich die Ökonomen allerdings nicht einig. Einige halten eine über Jahre anhaltende hohe Arbeitslosigkeit für wahrscheinlich oder erwarten sogar einen Absturz in eine neue Rezession. Das nennen sie einen «Double Dip». Jene Ökonomen, die nicht an ein erneutes Abgleiten in eine Rezession glauben, verweisen darauf, dass ein etwas schwächerer Aufschwung durchaus zu erwarten war, da der sogenannte Lagereffekt auslaufe: Das bisherige Wachstum wurde dadurch unterstützt, dass viele Unternehmen über die letzten Monate ihre Lager aufgefüllt haben. Deshalb hat die Produktion stärker zugelegt als die Endnachfrage. Dieser Effekt läuft nun aus, ebenso wie bisherige staatliche Stützungsmassnahmen. Das drückt auf die kurzfristigen Wachstumsaussichten. Jene, die an eine anhaltende oder sogar verschärfte Krise glauben, argumentieren vor allem mit den Besonderheiten der Finanzkrise, die sich nicht mit einer gewöhnlichen Rezession vergleichen lasse. In vielen wirtschaftlich zentralen Ländern sind nicht nur die Regierungen, sondern auch die Privaten extrem hoch verschuldet. Wenn sie jetzt alle auf die Bremse treten und Geld auf die Seite legen wollen, fehlt die Gesamtnachfrage, die für einen Aufschwung erforderlich wäre. Der Ausweg über die Exporte in andere Länder ist ebenfalls eine Sackgasse, da alle ihn wählen wollen und niemand der Käufer der letzten Instanz sein will.

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