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Wenn Schweizer Versicherer kollabierten

Was hätte der Zusammenbruch eines grossen Versicherungskonzerns auf das Schweizer Finanzsystem für Auswirkungen? Ein Experte hat das Szenario durchgespielt.

Im Finanzsystem hängt vieles zusammen: Ein Wertpapierhändler beobachtet die Kurse an den Börsen.
Im Finanzsystem hängt vieles zusammen: Ein Wertpapierhändler beobachtet die Kurse an den Börsen.
Keystone

Beim Zusammenbruch einer grossen Schweizer Versicherung würde das Finanzsystem nicht kollabieren. Zu diesem Schluss kommt ein Experte, der im Auftrag der Eidg. Finanzmarktaufsicht (Finma) ein Arbeitspapier zu systemischen Risiken im Versicherungssektor verfasst hat.

Keine Versicherungsgesellschaft müsse als «too big to fail» (zu gross zum Scheitern) eingestuft und eine Staatsgarantie wie bei den Grossbanken gebe es weder juristisch noch faktisch, wird im am Montag veröffentlichten Dokument festgehalten. Auch drängten sich keine grundlegenden Änderungen der Versicherungsaufsicht auf, so das Fazit des Autors Marc Philipp Radice.

Liquidität und Risiko sind ein Problem

Jedoch gebe es Handlungsbedarf zur Stärkung der Belastbarkeit der Versicherungsunternehmen, namentlich bezüglich der Liquidität und der Risikenkonzentrationen. Gleichzeitig seien kapitalmarktbezogene Geschäfte, fremdfinanzierte Anlageprogramme und andere Refinanzierungsaktivitäten einer getrennten Regulierung und Aufsicht zu unterwerfen, schlägt Radice vor. Ausserdem seien die Arbeiten für eine international koordinierte Aufsicht der Versicherungsgruppen zu fördern, heisst es weiter.

Die «Too big to fail»-Problematik wird seit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers und der Staatshilfen für internationale Grossbanken im Zuge der Finanzkrise diskutiert. Dabei geht es um die Verminderung von Risiken, die von Grossbanken ausgehen und welche wegen ihrer Auswirkungen auf das ganze Finanz- und Wirtschaftssystem durch den Staat getragen werden müssen.

SDA/cpm

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