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Nach Millionendebakel: Anklage gegen fünf Banker erhoben

Düsseldorf Vier Jahre nach dem über 600 Millionen

Euro teuren Desaster mit Aktien-Fehlspekulationen bei der deutschen Bank WestLB hat die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Drei ehemalige WestLB-Aktienhändler und zwei externe Händler sollen wegen diverser Delikte vor Gericht. Darunter fallen Kursmanipulation, Veruntreuung oder Beihilfe dazu, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Möllmann am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Die Anklageschrift umfasse 697 Seiten. Die verlockende Aussicht auf millionenschwere Bonus-Zahlungen soll die Banker dazu verleitet haben, von der Konzernleitung gesetzte Risikogrenzen zu ignorieren und dies mit Hilfe externer Händler zu verschleiern. Die Anklage geht von einem strafrechtlich relevanten Schaden von 48 Millionen Euro aus. Weil die Aktien-Wetten der WestLB aber öffentlich wurden, war die Bank schnell selbst zum Spielball von Spekulanten geworden, wodurch sich die Verluste vervielfachten. Nach Bekanntwerden des Falls hatte WestLB-Chef Thomas Fischer seinen Hut nehmen müssen. Zunächst war gegen die gesamte damalige Konzernleitung ermittelt worden. Die Ermittler gingen dem Verdacht nach, dass das Management den Verwaltungsrat zu spät oder unzureichend über die Vorgänge informiert haben könnte. Die Ermittlungen gegen die Manager wurden gegen Zahlung von 445'000 Euro Geldauflagen eingestellt. Nicht mit Porsche gerechnet Die Aktienhändler der WestLB hatten im Eigenhandel der Bank mit der Kursdifferenz zwischen Vorzugs- und Stammaktien von Volkswagen spekuliert. Sie hatten darauf gesetzt, dass sich die Kurse immer wieder angleichen werden - und dabei offenbar nicht mit dem Versuch einer feindlichen Übernahme gerechnet. Als Porsche dann die Übernahme von VW anstrebte und dafür ausschliesslich und massenhaft stimmberechtigte Stammaktien aufkaufte, wurde die Kursdifferenz immer grösser und die Spekulation für die WestLB immer verlustreicher.

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