Negativzinsen sind brandgefährlich

Der künstliche Boom wird sich irgendwann als Strohfeuer entpuppen.

Es wird noch mehr gebaut, bis die nächste Immobilienkrise kommt: Abrissarbeiten in der Stadt Zürich. <nobr>Foto: Ennio Leanza (Keystone)</nobr>

Es wird noch mehr gebaut, bis die nächste Immobilienkrise kommt: Abrissarbeiten in der Stadt Zürich. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Arthur Rutishauser@rutishau

Viereinhalb Jahre nach der Einführung führen die Negativzinsen der Nationalbank dazu, dass die ersten Kantonalbanken Geld an Firmen bezahlen, damit sie einen Hypothekarkredit aufnehmen. Das tönt nach einer guten Nachricht, denn die Aussicht darauf, dass man für seine Hypothek bald einmal Geld bekommt, anstatt dass man Zinsen bezahlen muss, ist für manchen Hausbesitzer erfreulich.

Aber wenn das Schule macht – und so wie es aussieht, gehen die Zinsen eher runter als rauf –, werden de facto die Banken dafür bezahlen, dass Private, Pensionskassen und Immobiliengesellschaften die Schweiz zubauen und dabei das Risiko auf sich nehmen, dass ihre Investition bei der nächsten Immobilienkrise massiv an Wert verliert.

Und das ist das Gefährliche. Als Erstes werden noch mehr Hypotheken aufgenommen. Schon heute hat jeder Schweizer im Schnitt 120'000 Franken Hypothekarschulden, Anfang Jahrtausend waren es noch halb so viel.

Die Häuserpreise werden weiter steigen, es wird noch mehr gebaut, bis die nächste Immobilienkrise kommt – und mit ihr eine Rezession wie in den 90er-Jahren. Dafür braucht es nicht viel, eine Krise in den USA und das Ende der Zuwanderung genügen.

Fazit: Die Einführung von Negativzinsen hat zu einem künstlichen Boom geführt, der sich irgendwann als Strohfeuer entpuppt.

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