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Österreichische A-Tec in Schwierigkeiten - Sanierung eingeleitet

Wien Der in Zahlungsschwierigkeiten steckende österreichische Industriekonzern A-Tec kann ein Sanierungsverfahren unter Eigenverwaltung durchführen.

Das wurde am Mittwoch gerichtlich für das Unternehmen genehmigt, das auch die Schweizer Tochter Von Roll Inova besitzt. Bei dem eigenverwalteten Sanierungsverfahren würde A-Tec-Chef Mirko Kovats das Tagesgeschäft weiterführen. Bei grösseren Entscheidungen wie Verkäufen müsste er aber den Sanierungsverwalter um Zustimmung ersuchen. Auslöser für das Verfahren war gemäss den Angaben die Notwendigkeit, in wenigen Tagen 100 Mio. Euro zurückzuzahlen. Am 2. November wird für die Holding die Rückzahlung einer Anleihe in Höhe von 91 Mio. Euro fällig. Zusätzlich gelang es der Anlagenbau-Tochter AE&E nicht, eine Kreditlinie von 798 Mio. Euro zu erneuern. Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner vom Kreditschutzverband 1870 (KSV) geht bei der «Grossinsolvenz» des Unternehmens von Passiva zwischen 300 Mio. und 400 Mio. Euro aus, sieht aber keine «Überschuldung», sondern die «Zahlungsunfähigkeit». Hauptbetroffene sind Zeichner von Anleihen und Wandelschuldverschreibungen. Die erste Gläubigerversammlung der A-Tec-Kreditgeber werde nun am 5. November über die Bühne gehen, erläuterte Kantner. Die Abstimmung über den Geschäftsplan der Konzernleitung solle am 29. Dezember stattfinden. Fast 12'000 Angestellte A-Tec setzte 2009 mit weltweit knapp 11'500 Mitarbeitern rund 3 Mrd. Euro um. Es ist eine Holding, die aus vier Sparten (Anlagenbau, Motoren, Maschinenwerkzeuge, Kupfer) besteht. Nach massiven Kostenüberschreitungen bei einem Anlagenbau-Projekt in Australien musste A-Tec vergangene Woche eine Gewinnwarnung aussprechen. Kovats ist in der Schweiz kein Unbekannter. Zu seiner 1997 gegründeten A-Tec gehört die auf Kehrichtverbrennung spezialisierte Von Roll Inova. Zudem war er bis Januar 2006 an der Beteiligungsgesellschaft Victory von Ronny Pecik und Georg Stumpf beteiligt, die heute zusammen mit dem russischen Oligarchen Viktor Vekselberg bei OC Oerlikon und Sulzer beteiligt sind.

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