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Postfinance behält zur Eigenkapitalstärkung Gewinne ein

Die Schweizerische Post will das Eigenkapital ihrer Tochter Postfinance zum Erhalt einer Banklizenz auf 3,5 Milliarden

Fr. erhöhen. Dazu soll ein Grossteil der Gewinne in den Jahren 2010, 2011 und 2012 einbehalten werden. Die 3,5 Milliarden Fr. Eigenkapital brauche es, damit die Postfinance die strengeren Bankenregeln gemäss Basel III erfüllen könne, sagte Post-Chef Jürg Bucher in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag». Die Summe entspreche ziemlich genau dem heutigen Eigenkapital des gesamten Post-Konzerns. Die Postfinance trägt rund 60 Prozent zum Gewinn der Post bei. Vom angekündigten Konzerngewinn von über 900 Millionen Fr. im laufenden Jahr will die Post dennoch wieder einen Teil an die Bundeskasse abliefern. Wieviel es nach den 200 Millionen des vergangenen Jahres sein werden, entscheide der Bundesrat im Frühjahr, sagte Bucher. Übergangsfrist erwünscht Post-Verwaltungsratspräsident Peter Hasler sagte der «SonntagsZeitung», er hoffe bezüglich Eigenkapital, «dass uns eine Übergangsfrist eingeräumt wird». Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Postfinance eine Banklizenz erhält. An Haslers Optimismus ändern auch die Querelen um das aufgelöste Konto des Wikileaks-Gründers Julian Assange nichts: «Der Verwaltungsrat ist überzeugt, dass richtig gehandelt wurde». Die Postfinance habe kommunizieren dürfen, dass das Konto aufgelöst werde. «Bei einem öffentlich bekannt gemachten Spendenkonto müssen die Einzahler und die Öffentlichkeit wissen, dass das Konto geschlossen ist.» Die Postfinance sei bereit für eine Banklizenz, der Unterschied zwischen dem Post- und dem Bankgeheimnis gering. «Wenn die Finanzmarktaufsicht eine Lizenz erteilt, bedeutet das ja nur, dass wir bestimmte Geldgeschäfte machen dürfen. Dass wir Hypotheken und Kredite selbst gewähren können, will man politisch aber nicht. Das akzeptieren wir. Wir leben auch ohne eigene Hypotheken gut.» Viel Geld im Ausland angelegt Dass die Postfinance ohne Banklizenz rund 50 Milliarden Fr. an Kundengeldern im Ausland angelegt habe, bereite ihm keine schlaflosen Nächte, sagte Post-Chef Bucher. Die Postfinance habe ihre vorsichtige Anlagepolitik in den letzten drei Jahren im Zuge der Finanzkrise nochmals vorsichtiger ausgerichtet. In diesem Jahr seien Wertberichtigungen von «ein paar 10 Millionen Franken» angefallen. «Bei einem Portefeuille von über 80 Milliarden ist das sehr, sehr wenig.» Auf ihrem Wachstumskurs werde die Postfinance 2011 wieder über 100 neue Stellen schaffen. «Und auch bei Postauto suchen wir im nächsten Jahr rund 100 Buschauffeure.» Als falsch erweise sich, dass die Briefpost auf dem Sterbebett liege. Im laufenden Jahr sinke die Zahl adressierter Briefe voraussichtlich um weniger als 2 Prozent. Der ehemalige Post- Präsident Claude Béglé war vor einem Jahr davon ausgegangen, dass der Briefverkehr bis 2015 um 30 Prozent schrumpft.

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