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Tpresso: Nespresso-Pionier Favre lanciert Kapseltee in China Trendige Teemaschine und tausendjährige Tradition für Luxuskunden Von Marc Forster, SDA

Mit «Tpresso» lanciert der Westschweizer Nespresso-Erfinder Eric Favre eine Kapseltee-Serie in China.

Damit wollen er und seine Frau nicht nur an den weltweiten Erfolg des Kapselkaffees anknüpfen, sondern auch die uralte chinesische Tee- Tradition revolutionieren. Ab April ist in China die durchdesignte Tpresso-Kapselmaschine erhältlich, die Eric und Anna-Maria Favre entwickelt haben und die sie am Donnerstag in Peking und in Zürich vorstellten. Das System funktioniert ähnlich wie die Nespresso-Kaffeemaschinen. Die Kapselmaschine ist laut Favre ein «regelrechter Computer». Maschine und Kapseln stellen eine ausgefeilte Technik dar, an der die Favres 30 Jahre gearbeitet haben. Sogar die für den Teegenuss sehr wichtige Zubereitungstemperatur wird geregelt. Der Geschmack und die gesunden Inhaltsstoffe des Tees sollen so erhalten bleiben. Betörende Aromen Tpresso ist betont chinesisch. Anders als die Europäer, die vor allem die englischen Gepflogenheiten des Frühstückstees und des «Afternoon Tea» kennen, lassen sich die Chinesen viel Zeit bei der Teezeremonie, zu der auch die sorgfältige Zubereitung gehört. Die Chinesen trinken die grünen, weissen und schwarzen Tees pur. Die Teeblätter für die Kapseln kommen aus China und dem nordostindischen Anbaugebiet Darjeeling. Zum Tpresso-Set gehören neben der Maschine eine Teekanne, «Tpot» genannt, und spezielle Teegläser mit der Bezeichnung «TCup». Die Teegläser hat der Franzose Jacques Pascot entworfen, der sich mit dem Design von Weingläsern einen Namen gemacht hat. Anna-Maria Favre erklärte im Gespräch mit den Medien, warum die Gläserform beim Tee so wichtig ist: «In der runden Form ziehen die aufsteigenden Düfte und Aromen die Nase in ihren Bann.» TCup und Tpot seien nicht einfach Teegeschirr, sondern Behälter, in denen sich der betörende Geschmack von Tee entfalten könne. Luxusprodukt Die Vermarktung von Tpresso in China läuft. Favre vertreibt seine Erfindung über chinesische Partner. Favre hat auch als Unternehmer Erfolge gefeiert: Nachdem er 1976 die Ära des Kapselkaffees eingeläutet und zehn Jahre später Nespresso geschaffen hatte, produziert er seit 1991 Kaspeln für Migros und Lavazza. Ob den Chinesen die Einkapselung ihres jahrtausendealten Kulturgetränks Tee schmecken wird, muss die Zukunft beantworten. Anna-Maria Favre ist optimistisch: Sie und ihr Mann hätten die berühmtesten Tee-Experten Chinas und die Eigentümer der schönsten Teegärten von ihrer Erfindung überzeugen können. Doch selbst im Ursprungsland des Getränks trinken nicht mehr alle Tee. «Jüngeren Chinesen, die heute gerne Coca-Cola, Bier oder Whiskey trinken, wollen wir den Tee wieder schmackhaft machen «, sagte Anna-Maria Favre. Die aufstrebende junge Oberschicht soll die Maschinen kaufen. Bei einem Preis von etwa 800 Franken für die Ausrüstung können sich Tpresso nur wenige leisten. Wieviel Umsatz er in China erzielen will und welche Marktanteile ihm vorschweben, gab der Kapselpionier Favre nicht bekannt. Nur in China Die ersten Maschinen, die in China zusammengebaut werden, verkauft Tpresso ab April. Im nächsten Jahr wollen die Favres das Konzept nach Korea, Hongkong und Japan tragen. Der Sprung nach Europa ist im Moment noch nicht geplant und hat für Tpresso auch keine Priorität. Laut Tpresso-Vizepräsident Jean-Claude Badoux ist es aber denkbar, dass bei einem Erfolg in China der Kapseltee auch in Europa lanciert wird. Der europäische Run auf den gesunden Grüntee könnte ein Anreiz für Tpresso sein, auf dem alten Kontinent Fuss fassen zu wollen.

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