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Trotz weniger Gewinn steigen die Chef-Löhne

Die Opposition gegen die Vergütungsberichte steigt. Besonders gross ist der Widerstand der Aktionäre in einer Branche.

Nur 58 Prozent stimmten dem Vergütungsbericht zu: Aktionäre der Credit Suisse an der diesjährigen Generalversammlung im Zürcher Hallenstadion. (28. April 2017)
Nur 58 Prozent stimmten dem Vergütungsbericht zu: Aktionäre der Credit Suisse an der diesjährigen Generalversammlung im Zürcher Hallenstadion. (28. April 2017)
Keystone

Der Widerstand der Aktionäre gegen Vergütungsberichte hat dieses Jahr zugenommen. Die Zustimmungsquote bei den 100 grössten SPI-Unternehmen sank laut der Anlagestiftung Ethos von 86,5 Prozent auf 85,7 Prozent.

Besonders stark war die Opposition bei Finanzunternehmen. Die Vergütungen der Geschäftsleitung wurden hier im Durchschnitt mit nur 79,6 Prozent angenommen, gegenüber 92,4 Prozent in anderen Sektoren. Dies geht aus der Auswertung der diesjährigen Generalversammlungen durch Ethos hervor.

Mehr Lohn trotz weniger Gewinn

Während die durchschnittlichen Vergütungen konstant blieben, kassierten die Geschäftsleitungen in den grössten Finanzfirmen 6 Prozent mehr Lohn. Gleichzeitig sanken die Gewinne um 12 Prozent.

«Der fehlende Zusammenhang zwischen dem Vergütungsniveau der Führungsinstanzen und der Unternehmensleistung wird von den Aktionären mit Recht immer häufiger sanktioniert», lässt sich Ethos-Direktor Vincent Kaufmann in einer Mitteilung vom Dienstag zitieren.

Emotionales Minder-Traktandum

Bei den durch die Minder-Initiative ermöglichten Konsultativabstimmungen über die Vergütung von Verwaltungsrat sowie Geschäftsleitung manifestierte sich der Aktionärsfrust deutlich. So wurden 21 Prozent der Konsultativabstimmungen über den Vergütungsbericht von weniger als 80 Prozent der Aktionäre unterstützt. Im Vorjahr waren es nur 16 Prozent.

Weniger stark war der Widerstand gegen andere Traktanden wie etwa die Wahl der Verwaltungsräte oder Entlastungen. Laut Ethos lag die durchschnittliche Zustimmungsquote für alle Traktanden der 100 grössten SPI-Firmen bei 95,4 Prozent (2016: 96,3 Prozent).

Keine Blankochecks

Im Zusammenhang mit der Revision des Aktienrechts ist es Ethos ein grosses Anliegen, dass die Aktionäre allfällige Exzesse besser kontrollieren können. Deshalb fordert Ethos, die Revision müsse verbieten, dass die Aktionäre prospektiv über die variable Vergütung der Geschäftsleitung abstimmen können. Solche Abstimmungen im Voraus entsprächen einem Blankocheck, betont Ethos.

SDA/woz

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