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Adobe bietet 255 Millionen Dollar für eine Schweizer Firma

Der amerikanische Softwarekonzern will das Basler Unternehmen Day kaufen. Er setzt offenbar Hoffnungen in das wichtigste Produkt der Firma.

Prominent platziert: Die Mitteilung auf der Webseite von Day.
Prominent platziert: Die Mitteilung auf der Webseite von Day.

Der US-Softwaregigant Adobe will die Basler Firma Day übernehmen. Die Amerikaner bieten für die Spezialistin von Programmen zur Bewirtschaftung von Internet- und Intranet-Seiten (Content Management) rund 255 Millionen Franken.

Die Offerte von 139 Franken pro Aktie entspreche einer Prämie von 59,2 Prozent gegenüber dem Durchschnittskurs der letzten 60 Tage an der Schweizer Börse, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit.

Am Dienstag hatte die Aktie von Day noch bei 105 Franken geschlossen. Am Mittwoch stieg der Titel um 31,2 Prozent auf 137.80 Franken und schloss damit fast auf dem Offertpreis.

Day als eigene Produktelinie

Mit der Übernahme wolle Adobe sein Produktangebot erweitern, sagte Adobe-Manager Rob Tarkoff der Nachrichtenagentur SDA. Mit der Kombination von Day und Adobe könne das Potenzial des Internets besser genutzt werden, ohne bestehende IT-Infrastrukturen zu beeinträchtigen. Die erwarteten Synergien seien für beide Unternehmen eine grosse Chance.

Die Investitionen in Technologie und Personal bei Day sollen weitergeführt werden. Es gehe nicht darum, das Basler Unternehmen zu restrukturieren, betonte Tarkoff. Day soll als eigenständige Produktlinie in Adobe, das etwa für die PDF-Produktepalette und das Photoshop-Programm bekannt ist, integriert werden. Der Standort der Firma in Basel dürfte dabei verstärkt werden, wie Day-Chef Erik Hansen auf Anfrage sagte. Durch Adobe könne Day überdies in neue Märkte vorstossen.

Adobe macht zur Bedingung für die Übernahme, dass ihr mindestens zwei Drittel der Day-Aktien angedient werden. Die Angebotsfrist soll voraussichtlich 20 Börsentage vom 7. September bis 4. Oktober 2010 dauern. Der Verwaltungsrat von Day empfiehlt seinen Aktionären einstimmig, dieses Angebot anzunehmen. Verwaltungsrat und Konzernleitung stellen die von ihnen gehaltenen gut 170'000 Aktien des Unternehmens ebenfalls zum Kauf aus.

Früherer New-Economy-Star

Day wurde 1993 gegründet und beschäftigt zurzeit 146 Mitarbeitende. Das Software-Unternehmen startete im Jahr 2000 während des «New-Technology-Booms» mit grossen Hoffnungen an der Börse. Der Ausgabepreis lag damals bei 440 Franken. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase folgte ein tiefer Fall.

Erst 2005 schrieb der einstige New-Economy-Börsentar zum ersten Mal seit dem Börsengang schwarze Zahlen. Nach tief greifenden Restrukturierungen und einem weiteren Verlust 2008 kehrte das Unternehmen 2009 in die Gewinnzone zurück.

In der ersten Jahreshälfte 2010 steigerte Day nun den Umsatz laut weiteren Angaben vom Mittwoch um satte 47 Prozent auf 25,1 Millionen Franken. Der Reingewinn kletterte von 1,1 Millionen auf 3,7 Millionen Franken. Zum Vergleich: Adobe erzielte 2009 mit rund 8660 Angestellten einen Umsatz von rund 2,9 Milliarden Dollar.

Allein im zweiten Quartal verzeichnete Day eine Rekordzahl von 23 Neukunden für die eigene Content-Management-Plattform. Wie Day weiter mitteilte, wollen derzeit Unternehmen aus der ganzen Welt ihre alten Web-Systeme ersetzen, um das Geschäft über Online-Kanäle voranzutreiben.

SDA/oku

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