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Adoboli erklärt erstmals seine Sicht

Heute soll der ehemalige UBS-Banker Kweku Adoboli erstmals vor Gericht aussagen. Gestern verlas die Anklage zwei E-Mails, in denen die Bank intern vor Betrug gewarnt hatte.

Soll heute erstmals aussagen: Der ehemalige UBS-Händler Kweku Adoboli heute vor dem Gericht in London.
Soll heute erstmals aussagen: Der ehemalige UBS-Händler Kweku Adoboli heute vor dem Gericht in London.
Reuters

Seit mehr als sechs Wochen läuft nun der Prozess gegen den früheren UBS-Händler Kweku Adoboli. Heute Nachmittag wird er erstmals seine Sicht der Dinge dem Geschworenengericht in London darlegen. Dem 32-Jährigen wird Betrug in zwei Fällen und falsche Buchhaltung ebenfalls in zwei Fällen vorgeworfen. Er soll mit nicht genehmigten Risiko-Transaktionen 2,3 Milliarden US-Dollar zu Lasten der Grossbank verspekuliert haben. Adoboli selbst bestreitet die Anklage.

Am vorhergehenden Prozesstag hatte die Anklage der Jury zwei E-Mails vorgelesen, welche auch Kweku Adoboli zugestellt wurden. Darin warnte die UBS intern unmittelbar nach Bekanntwerden des Betrugsfalls Jérôme Kerviel bei der Société Générale vor betrügerischen Machenschaften. «Der Händler, welche seine Limiten überschritten hatte, konnte seine Indexfutures (Wetten auf zukünftige Kurse, Anm. der Redaktion) durch ein Schema von falschen Transaktionen verbergen, weil er von seiner vorhergehenden Stelle im Middle-Office tiefgründige Kenntnisse der Kontrollmechanismen hatte», warnte die Bank.

«Ich hoffe, dass ich nie solche Dinge über dich werde lesen müssen»

Die Anklage schloss ihren Antrag mit dem Verlesen einer E-Mail-Korrespondenz, die Adoboli mit einer Freundin über den Fall Kerviel geführt hatte. Sarah Moore schrieb darin an den ghanaischen Banker, sie sei überrascht über die Parallelen zwischen Kerviels und Adobolis Aktivitäten und hoffe, dass sie in den Nachrichten nie über ihn solche Dinge werde lesen müssen. «Es würde meinen Glauben an die Menschlichkeit für immer zerstören», schrieb sie weiter.

Nach britischem Recht muss die Anklage nicht nur Adobolis Betrug und die falsche Buchhaltung beweisen, sondern muss auch nachweisen können, dass er unehrliche Absichten hatte.

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