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Air Berlin rutscht noch tiefer in die roten Zahlen

Deutschlands zweitgrösste Fluggesellschaft zahlt für ihren Expansionskurs. Im letzten Jahr schrieb Air Berlin 272 Millionen Euro Verlust. Die Konzernspitze reagiert mit zwei Massnahmen.

Wegen höherer Treibstoffpreise und der schnellen Expansion der vergangenen Jahre ist die Fluggesellschaft Air Berlin im vergangenen Jahr noch tiefer in die Verlustzone gerutscht. Der Reinverlust betrug knapp 272 Millionen Euro. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel auf 247 Millionen Euro von 9,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie Air Berlin am Freitag mitteilte. Ein Plus verzeichnete die Fluggesellschaft lediglich beim Umsatz mit 4,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,7). Die Schulden stiegen kräftig an, das Eigenkapital schmolz fast bis auf die Hälfte ab.

Analysten hatten im Schnitt für das Geschäftsjahr mit einem Ebit von minus 185 Millionen Euro und einem Fehlbetrag von 179 Millionen Euro gerechnet. Air Berlin begründete die Ergebnisentwicklung mit der Einführung der Luftverkehrssteuer und einem Anstieg der Treibstoffpreise, die zu Sonderbelastungen von etwa 395 Millionen Euro geführt hätten.

«Talsohle durchschritten»

Unternehmenschef Hartmut Mehdorn sprach von einem unbefriedigenden Ergebnis. Die Talsohle sei aber durchschritten. «Die Performance in allen Bereichen steigt sichtbar», sagte Mehdorn. Das Spar- und Effizienzprogramm «Shape & Size» wirke bereits im laufenden ersten Quartal: Trotz 35 Millionen Euro Mehrausgaben für Flugbenzin werde man ein besseres Ergebnis als im Vorjahresquartal erzielen.

Der ehemalige Bahn-Chef, der im Spätsommer das Steuer von Firmengründer Joachim Hunold übernommen hatte, hat dem Konzern dazu einen scharfen Sparkurs verordnet. Mehdorn war eigentlich als Übergangslösung gedacht. Nun soll er nach einem Verwaltungsratsbeschluss das Unternehmen bis Ende 2013 führen.

Schuldenberg von mehr als 800 Millionen Euro

Hunold bekommt laut Geschäftsbericht eine Abfindung von rund 4,1 Millionen Euro. Ausserdem erhöhte Air Berlin die Pensionsansprüche des 62- Jährigen im vergangenen Jahr um 204'000 Euro auf nun 438'000 Euro jährlich. Die Fluglinie, die nach Jahren schneller Expansion einen Schuldenberg von mehr als 800 Millionen Euro zum Jahresende angehäuft hat, dünnt nun ihr Streckennetz aus und verschiebt die Bestellung neuer Flugzeuge.

SDA/jak

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