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Aktivisten besetzten Genfer Bank in Paris

Die Bank Reyl & Cie, die das geheime Konto des Ex-Ministers Cahuzac verwaltete, bekommt die Wut der Franzosen zu spüren: Demonstranten haben die Pariser Filiale gestürmt – zwölf Personen wurden verhaftet.

Der Direktor der Bank ist schockiert: Aktivisten betreten die Reyl-Filiale in Paris. (11. April 2013)
Der Direktor der Bank ist schockiert: Aktivisten betreten die Reyl-Filiale in Paris. (11. April 2013)
Keystone

Aktivisten haben gestern in Paris vorübergehend Büros der Genfer Privatbank Reyl & Cie besetzt. Das Institut hatte das geheime Konto des ehemaligen französischen Budgetministers Jérôme Cahuzac verwaltet.

Rund vierzig Aktivisten des Kollektivs «Sauvons les riches» (Lasst uns die Reichen retten) nahmen nach Polizeiangaben gegen Mittag die Büros der Bank im sechsten Stockwerk eines Bürogebäudes in Paris in Beschlag. Die Nationalpolizei nahm zwölf Aktivisten fest, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Direktor schockiert

Es wolle mit dieser Aktion darauf aufmerksam machen, dass Steuerbetrug keine Verfehlung von Einzelnen sei, sondern «einer ganzen Reihe von Mittelsmännern, Anwälten, Banken und Unternehmen, die damit ein gutes Geschäft machen», teilte das Kollektiv in einem Communiqué mit.

Der Direktor der Bank Reyl, François Reyl, zeigte sich ob der Aktion schockiert. Wie das Onlineportal der Westschweizer Tageszeitung «L'Agefi» berichtete, beabsichtigt Reyl die Aktivisten anzuzeigen.

Kontobesitz eingeräumt

Am Dienstag war Reyl auf eigenen Wunsch hin von der Genfer Staatsanwaltschaft vernommen worden. Wie die Bank mitteilte, wollte Reyl mit dem Vorgehen «Unwahrheiten» entkräften, die in den vergangenen Tagen verbreitet wurden.

Cahuzac hatte den Besitz eines geheimen Auslandskontos eingeräumt, nachdem er darüber zuvor monatelang die Öffentlichkeit belogen hatte. Dabei geht es nach seinen Aussagen um 600'000 Euro.

SDA/wid

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