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AKW-Bauer mit Riesenabschreiber

Knapp fünf Milliarden Euro muss sich die französische Areva ans Bein streichen. Die Gründe.

AKW-Bauten haben mit Widerständen zu kämpfen: Arbeiter beim neuen Meiler in Flamanville. (Archiv)
AKW-Bauten haben mit Widerständen zu kämpfen: Arbeiter beim neuen Meiler in Flamanville. (Archiv)
Reuters

Der französische Nukleartechnik-Konzern Areva hat im vergangenen Jahr nach vorläufigen Zahlen einen Reinverlust von 4,9 Milliarden Euro erlitten. Vor allem Abschreibungen und Rückstellungen hätten dazu geführt, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Areva war schon im Jahr 2013 defizitär gewesen, allerdings lag der Verlust damals mit 500 Millionen Euro deutlich niedriger. Areva leidet unter den Nachwehen der Fukushima-Atomkatastrophe, die zu weniger AKW-Neubauten führte. Zudem belastet die gespannte Lage auf dem Strommarkt, weswegen viele Versorger bei Wartungsaufträgen sparen.

Auch Siemens betroffen

Im Zusammenhang mit Verzögerungen beim Bau eines neuen Blocks für ein finnisches AKW in Zusammenarbeit mit Siemens hat Areva bereits Milliardenbeträge zurückgelegt.

Die endgültigen Zahlen will Areva am 4. März vorlegen. Dann soll auch eine neue Strategie präsentiert werden. Die Gewerkschaft befürchtet Lohnkürzungen und Stellenstreichungen.

Kreditwürdigkeit angeschlagen

Ein Problem ist auch der hohe Schuldenberg von 5,77 Milliarden Euro. Eine Kapitalerhöhung dürfte auf Schwierigkeiten stossen, weil die Kreditwürdigkeit des Unternehmens, das zu 87 Prozent in staatlicher Hand ist, auf Ramsch-Niveau liegt.

Die französische Regierung will nun alle Optionen für Areva prüfen. Eingeschlossen seien mögliche Synergien mit dem französischen Versorger EDF und der Atombehörde CEA, kündigte Energieministerin Ségolène Royal an. Die CEA spielt eine zentrale Rolle in der Atompolitik des stark von seinen zahlreichen Kernkraftwerken abhängigen Landes. Sie betreibt Nuklearforschung und ist an Areva beteiligt.

SDA

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