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Aus Altschrott wird Geld

Deutsche Ermittler deckten einen der grössten Euro-Betrugsfälle auf. Die Bande ging spektakulär vor: Sie setzte verschrottete Euro-Münzen zusammen und tauschte sie bei der Deutschen Bundesbank in Noten um.

Aufgedeckt wurde der spektakuläre Millionenbetrug mit gefälschten Euro-Münzen in Frankfurt von Ermittlern der dortigen Staatsanwaltschaft. Fünf Beschuldigte sitzen in Untersuchungshaft. Vier der während einer Razzia Festgenommenen im Alter von 28 bis 45 Jahren sind Chinesen. Die Bande soll von 2007 bis November 2010 insgesamt 29 Tonnen Münzen in einem Nennwert von 6 Millionen Euro eingetauscht haben.

Die Durchsuchungen bei Mitarbeitern der Deutschen Bundesbank, der Lufthansa und anderen Grossfirmen verliefen gestern erfolgreich: Der vermutlich grösste Betrug seit Einführung des Euros wurde aufgedeckt, wie die «Bild» schreibt.

Zur Vorgeschichte: Die Bundesbank zieht jedes Jahr Hunderte Tonnen Euro-Münzen aus dem Verkehr. Das metallische Geld ist in diesem Fall entweder dreckig oder verbogen und somit als Zahlungsmittel ungeeignet. Die Münzen werden in der Folge in Einzelteile zersetzt – der Messingring wird vom Kupfernickel getrennt. Der Geldschrott wird zu Altmetall.

Aus Altschrott mach Geld

Doch offensichtlich wurde das Geld nur ungenügend verschrottet: Einer organisierten Bande gelang es, grosse Mengen dieses Materials zu ersteigern und nach China zu transportieren, wie die «Bild» schreibt. Dort durchlief das Altmetall den umgekehrten Prozess und wurde wieder zu Geld. Um die fertigen Euro-Münzen wieder nach Deutschland zu transportieren, heuerte die Bande Mitarbeiter von Fluggesellschaften an. Die Münzen fanden den Weg wieder zurück in die Deutsche Bundesbank, wo sie gegen Geldnoten eingetauscht wurden. Wie die «Bild» von den Behörden erfuhr, soll die Bande während der Aktion Tipps von Arbeitern der Lufthansa und der Deutschen Bundesbank erhalten haben.

Um das Geld nicht zu verzollen, betrug der Wert der Sendungen stets unter 10'000 Euro. So viel beträgt die Mindestgrenze, damit Transporte nicht anmeldepflichtig werden. Dennoch flog der Betrug auf: Ein Zöllner beobachtete im letzten Jahr, wie sich eine Stewardess mit dem schweren Handgepäck abmühte, worauf er den Inhalt der Tasche untersuchte.

Nun, nach monatelanger Ermittlung, schlugen die Spezialfahnder der K 65 (Organisierte Kriminalität) zu und nahmen sechs Personen fest. Das dürfte jedoch nur die Spitze des Eisberges sein. Die Ermittlungsleiter gehen von mindestens 25 Tätern aus.

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