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BLS schreibt trotz höherer Leistung tieferen Konzerngewinn

Die BLS AG hat im vergangenen Jahr trotz höherer Leistung einen tieferen Konzerngewinn erzielt als im Vorjahr. 2010 resultierte ein Gewinn von 4,9 Millionen Franken gegenüber 12,9 Millionen im Jahr 2009. 2009 profitierte allerdings die BLS von einmaligen Sondereffekten.

Die BLS schreibt trotz höherer Leistung weniger Gewinn: 2010 resultierte ein Gewinn von 4,9 Millionen Franken gegenüber 12,9 Millionen im Jahr 2009.
Die BLS schreibt trotz höherer Leistung weniger Gewinn: 2010 resultierte ein Gewinn von 4,9 Millionen Franken gegenüber 12,9 Millionen im Jahr 2009.
Ulrich Tschanz

Beispielsweise löste das zweitgrösste Bahnunternehmen der Schweiz 2009 vorzeitig Leasing-Verträge für Rollmaterial auf. Der Rückgang des Konzerngewinns geht aber auch auf den schwachen Euro zurück, wie die BLS-Spitze am Donnerstag an der Bilanzmedienkonferenz in Bern sagte. Bei den Gütern kassiert die BLS in Euro ein, zahlt aber etwa die Löhne in Franken aus.

Ohne diese Sondereffekte wäre das Ergebnis 2010 etwa wie im Vorjahr ausgefallen, wie das Betriebsergebnis Ebit - der Gewinn vor Zinsen und Steuern - zeigt. Der Ebit betrug im Jahr 2010 21,2 Millionen Franken und war damit fast gleich gross wie im Jahr 2009 (21,3 Millionen). BLS-Chef Bernard Guillelmon sprach denn auch vor den Medien von einem positiven Jahr.

Die BLS beförderte 2010 mit Zügen, Bussen und Schiffen 54,2 Millionen Passagiere ( 3,9 Prozent), die Zahl der gefahrenen Personenkilometer in Zügen nahm sogar um 5,4 Prozent zu.

Positives Jahr - aber ungenügender Konzerngewinn

BLS-Verwaltungsratspräsident Rudolf Stämpfli sprach zwar am Donnerstag auch von einer guten Basis, auf der die BLS stehe. Doch sei der Konzerngewinn nicht hoch genug. Es gelte, die Produktivität weiter zu steigern.

Dies, weil die BLS zwar auch im letzten Jahr 19 Millionen Franken in die Sanierung der Personalvorsorge gesteckt hat. Doch sind weitere etwa 100 Millionen Franken nötig, um den 100-prozentigen Deckungsgrad zu erreichen und eine Reserve für Währungsschwankungen zu schaffen.

Zudem hat die BLS 2010 die grösste Rollmaterialbestellung ihrer Geschichte getätigt und braucht deshalb viel Fremdgeld. Für 493 Millionen Franken will sie 28 Doppelstockzüge für die Berner S-Bahn kaufen. Das belastet die Bilanz.

Konzerngewinne in der Grössenordnung von etwa 20 Millionen Franken pro Jahr seien deshalb in Zukunft nötig, erklärte Finanzchef Reto Baumgartner. Die Produktivität steigern will die BLS, indem sie die bisherigen Bereiche Werkstätten, Zugförderung und Teile des Personenverkehrs im neuen Bereich Bahnproduktion zusammenfasst.

Ein Sparprogramm oder gar Personalabbau seien nicht vorgesehen, hiess es an der Medienkonferenz.

Busse, Schiffe und Autoverlad defizitär

Sorgen bereiten der BLS nicht nur die Pensionskasse und die Fremdmittel, auch die Bereiche Busse, Schiffe und der Autoverlad am Lötschberg waren 2010 alle defizitär.

Bei den Schiffen beträgt das Betriebsdefizit 440'000 Franken bei 1,08 Millionen beförderten Passagieren (-18,6 Prozent). In diesem Bereich will die BLS versuchen, selber Verbesserungen vorzunehmen, bevor sie um Hilfe ruft, so Stämpfli. Seit 2008 wird dieser Bereich nicht mehr subventioniert.

Am Lötschberg verlud die BLS etwa gleich viele Autos wie im Vorjahr, nämlich 1,34 Millionen Fahrzeuge. Der Verlust beträgt 0,4 Millionen Franken. Nach wie vor laufen Gespräche mit dem Preisüberwacher wegen der geplanten höheren Tarife.

BLS stellt sich hinter Preiserhöhung

Stämpfli stellte sich am Donnerstag hinter die vom Verband öffentlicher Verkehr und der SBB am Dienstag bekanntgegebenen Preiserhöhungen bei verschiedenen Bahn-Abonnementen. «Die Mobilität ist heute zu günstig», sagte er.

In Sachen Verkehrsinfrastruktur fordert die BLS mit ihren 2850 Angestellten in 2750 Vollzeitstellen die landesweite Trennung von Infrastruktur und Verkehr in einer von der SBB unabhängigen, neu zu bildenden Gesellschaft. So sei ein möglichst diskriminierungsfreier Zugang zum Bahnnetz am besten zu erreichen.

SDA/mau

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