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BLS soll ohne Atomstrom fahren

Der Regierungsrat findet, dass das Bahnunternehmen BLS künftig ohne Atomstrom auskommen sollte. Das schreibt er in einer am Montag veröffentlichten Antwort auf einen parlamentarischen Vorstoss von zwei Grossratsmitgliedern der Grünen.

Die BLS bezieht die Elektrizität für ihren Bahnverkehr von den Schweizerischen Bundesbahnen.
Die BLS bezieht die Elektrizität für ihren Bahnverkehr von den Schweizerischen Bundesbahnen.
BLS

Die Kantonsregierung macht aber in ihrer Stellungnahme zur Motion von Blaise Kropf und Natalie Imboden (beide Bern) deutlich, dass die BLS bezüglich Strombeschaffung nur einen beschränkten Handlungsspielraum hat. Einzig die SBB produziert nämlich in der Schweiz Bahnstrom mit der spezifischen Frequenz von 16,7 Hertz.

Die BLS bezieht deshalb die Elektrizität für ihren Bahnverkehr von den Bundesbahnen. Die BLS kann aus diesem Grund nur bei jenem Strom, den sie beispielsweise für ihre Büros und Werkstätten braucht, eine eigene Stompolitik betreiben. Für diese 18 Prozent des Strombedarfs prüfe derzeit die BLS eine Einkaufspolitik nach ökologischen Grundsätzen, schreibt die Regierung.

Kropf und Imboden wandten sich an die Regierung, weil der Kanton Bern 55,75 Prozent der Aktien des zweitgrössten Bahnunternehmens der Schweiz hält. Der Kanton Bern als Mehrheitsaktionär müsse deshalb ein Interesse an einer nachhaltigen Energiepolitik der BLS haben.

Gleicher Vorstoss wie auf Bundesebene

Die beiden Berner Grossratsmitglieder hieben mit ihrem Vorstoss in eine Kerbe, welche die ehemalige grüne Nationalrätin Anita Lachenmeier-Thüring schon auf Bundesebene geschlagen hatte. Sie forderte im vergangenen April den Aussteig der SBB aus dem Atomstrom.

Auch der Bundesrat stellte sich in seiner Antwort vom vergangenen August hinter diese Forderung, doch der Nationalrat lehnte im Dezember die Überweisung von Lachenmeiers Forderung ab.

Die SBB beziehen derzeit etwa einen Viertel ihres Stroms aus in- und ausländischen Atomkraftwerken, wie sie Ende Januar mitteilten. Ab 2013 wird es dank einem neuen, langfristigen Bezugsvertrag für Strom aus einem französischen Wasserkraftwerk noch etwa ein Fünftel sein.

SDA/met

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